All posts by Hans Holzinger

Zukunfts- und Nachhaltigkeitsforscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, 2010-2014 Lehrauftrag an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Autor und Vortragender, zuletzt erschienen: "Neuer Wohlstand. Leben und Wirtschaften auf einem begrenzten Planeten" (2012); "Sonne statt Atom. Robert Jungk und die Debatten über die Zukunft der Energieversorgung seit den 1950er-Jahren" (2013). Forschungsschwerpunkte: Zukunft der Arbeit und sozialen Sicherung, globaler Ausgleich, neue Wohlstandbilder. Mitglied u.a. von Attac, Gemeinwohlökonomie,Global Marshall Plan Initiative, Südwind, Amnesty International.

MR 132 | Klima. Tourismus. Zukunft. Mit Christian Baumgartner

Wird Skifahren im Jahr 2050 ein absolutes Luxusgut? Wird es Weintourismus in den Salzburger Tälern geben? Oder können wir das Ruder noch herumreißen und war dann alles ein Sturm im Wasserglas? Tourismus ist einerseits durch seine Mobilität relevanter Mitverursacher des Klimawandels, andererseits zählt er zu denjenigen Wirtschaftszweigen, die unmittelbar mit den Auswirkungen des Wandels umgehen müssen.

Der Tourismusexperte Christian Baumgartner zeigt in dieser Montagsrunde auf wo wir heute stehen, was mit mit ziemlicher Sicherheit wissen und welche Spielräume wir haben. Vor allem aber werden unterschiedliche Zukunftsszenarien für den österreichischen Tourismus im Klimawandel entwickelt und zur Diskussion gestellt.

Christian Baumgartner, Landschaftsökologe und Prof. für Nachhaltigen Tourismus an der HTW Chur (CH) und Eigentümer von response & ability gmbh arbeitet seit langem zu unterschiedlichsten Themen im Bereich Nachhaltiger Tourismus und Regionalentwicklung. Projekterfahrung in Europa, Asien und Afrika verbindet er mit politischen Beratungen auf nationaler und internationaler Ebene. Der Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sind naturgemäß ein zentraler Teil seiner Arbeit.

Marianne Gronemeyer über die Grenze als Paradox der Moderne

Die Grenze als Hüterin der Verschiedenheit sei eine sinnvolle Schranke gegen eine imperialistische Welteinheitsunkultur und Gleichmacherei, so Marianne Gronemeyer bei der Vorstellung ihres Buchs „Die Grenze. Was uns verbindet, in dem es uns trennt“ in der 48. Ausgabe von JBZ-Zukunftsbuch. Die Grenze verstanden in diesem Sinne sei auf Komplementarität, Dialog und gegenseitige Anerkennung angewiesen. Grenze im Sinne von Abgrenzen bewirke das Gegenteil: „Wer sich abgrenzt, sperrt sich selber ein.“

Gronemeyers Buch enthält sieben Essays, die das Thema Grenze aus unterschiedlicher Perspektive behandeln. Es geht um Behausung, Gastfreundschaft und Schwellenbewusstsein, um die Fragwürdigkeit von Grenzwerten und die Manie, alles berechnen zu wollen, um die Festlegung von Obergrenzen des vermeintlich Zumutbaren im Kontext von Flüchtlingen sowie um die Grenzen des Wachstums.

Die Angst vor Flüchtlingen rühre nicht von deren Fremdheit her, sondern vielmehr daher, dass diese dasselbe wollen wie wir, nämlich materiellen Wohlstand, den wir so bedroht sehen, so Gronemeyer. Die Grenzen des Wachstums seien zwar bekannt, würden aber nirgends befolgt, da unser Wirtschaftssystem auf Wachstum angelegt sei. So kämen wir in die widersprüchliche Lage, konsumieren zu müssen um die Wirtschaft in Gang zu halten, zugleich sollten wir aber das Klima schützen.

Marianne Gronemeyer insistierte auf dem Recht auf Anderssein, dem Recht auf „meine Art des Daseins“, auf Achtsamkeit und wirkliche Begegnung. Die „erzählte Welt“ sei in diesem Sinne der „gezählten Welt“ vorzuziehen. Gronemeyers Buch „Die Grenze“ und weitere Bücher der Autorin, etwa „Das Leben als letzte Gelegenheit“ oder „Genug ist genug“, sind in Buchhandlungen erhältlich. Wirklich lesenswert!

Der Vortrag wird demnächst als Audiodatei zum Nachhören online gestellt. In den Salzburger Nachrichten erscheint ein Interview mit Marianne Gronemeyer, geführt von Josef Bruckmoser. Ausschnitte aus dem Film „Preis der Freiheit“ können online angesehen werden.

Bericht und Einführung: Hans Holzinger, Foto: Reinhard Geiger

MR 131 | Das Futurium – ein Haus der Zukünfte“ | Mit Direktor Stefan Brandt | 17.6.2019

Direkt an der Spree, zwischen Hauptbahnhof und Reichstagsgebäude in Berlin, wurde mit dem Futurium ein „Haus der Zukünfte“ errichtet. Auf über 5.000 Quadratmetern stehen künftig eine Ausstellung, ein Mitmach-Labor und ein Veranstaltungsforum zur Verfügung. In wenigen Wochen, am 5. September, wird das Futurium eröffnet. Es gelang uns, den Direktor des Hauses aus Berlin nach Salzburg zu holen: Stefan Brandt wird in dieser Montagsrunde unter anderem berichten, welche Bedeutung Robert Jungk für das Futurium hat.

In diesem Sommer jährt sich zum 30. Mal die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg an Robert Jungk. Für die Stadt wird die Vorsitzende des Kulturausschusses Mag. Karoline Tanzer Grüße überbringen.

131. JBZ-Montagsrunde: „Das Futurium – ein Haus der Zukünfte.“
Impuls: Dr. Stefan Brandt (Direktor des Futuriums, Berlin)
Montag, 17. Juni 2019, 19.30 Uhr. Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2, 5020 Salzburg.

Wir bitten um Anmeldung hier