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Zukunfts- und Nachhaltigkeitsforscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, 2010-2014 Lehrauftrag an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Autor und Vortragender, zuletzt erschienen: "Neuer Wohlstand. Leben und Wirtschaften auf einem begrenzten Planeten" (2012); "Sonne statt Atom. Robert Jungk und die Debatten über die Zukunft der Energieversorgung seit den 1950er-Jahren" (2013). Forschungsschwerpunkte: Zukunft der Arbeit und sozialen Sicherung, globaler Ausgleich, neue Wohlstandbilder. Mitglied u.a. von Attac, Gemeinwohlökonomie,Global Marshall Plan Initiative, Südwind, Amnesty International.

ZB 60 | Zukunft.Bildung. Im Kontext von Fluidität und Diversität. Kooperation mit der PH Salzburg. 15.10.

„Fluidität“ bezeichnet einen Zustand des ständigen „Im Fluss-Seins“, des „Nicht-Fixieren-Könnens“. Mit „fluider Bildung“ wird ein Prozess angesprochen, der auf permanente Veränderung verweist. Bildungsinhalte sind in diesem Sinne nicht kumulierbar. Wenn Bildung aber „fluide“ gedacht wird, lässt sich diese nicht als festes Kapital im Prozess stetigen Wachstums nutzen, so die Ausgangsthese eines Bandes „Fluidität bildet“ der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Gefragt wird, ob sich daraus möglicherweise die Chance auf eine Entkapitalisierung von Bildung und ein Ausgang von der Verwertungs- und Wachstumslogik ergibt.

„Diversität“ bedeutet Vielfalt bzw. Vielfältigkeit. Sie kann durchaus mit Fluidität in Verbindung gebracht werden. Vielfalt erzeugt Fluidität und umgekehrt. Der zweite in dieser Veranstaltung der Reihe JBZ-Zukunftsbuch vorgestellte Band „Diversitätssensible PädagogInnenbildung in Forschung und Praxis: Utopien, Ansprüche und Herausforderungen“ stellt Erfahrungen von und das Nachdenken über inklusive Hochschulen in Beiträgen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen und methodologischen Traditionen vor.

Wir sprechen mit den Herausgebern beider Bände über die Begriffe der Fluidität und Diversität und was diese für eine „Bildung für morgen“ bedeuten können. Im Vortrag werden ausgewählte Beiträge der Sammelbände vorgestellt.

Do., 15. Oktober 2020, 19.00 Uhr. Vortrag und Buchpräsentation mit Prof. Dr. Manfred Oberlechner und Prof. Dr. Robert Schneider-Reisinger. Moderation: Mag. Hans Holzinger (JBZ). Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt. Den Link zur ZOOM-Veranstaltung gibt es nach der Anmeldung.

Prof. Dr. Manfred Oberlechner: Hochschulprofessor für Soziologie (Schwerpunkt: Interkulturelles Lernen und Migrationspädagogik) an der an der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig, Salzburg.

Prof. Dr. Robert Schneider-Reisinger: Hochschulprofessor für Erziehungswissenschaft und Inklusion an der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig, Salzburg; B.IS – Beauftragter für inklusives Studieren; Privatdozent an der Universität Passau.

ZB 60 | Christian Zeller: Revolution für das Klima. Buchpräsentation und Gespräch. 20.10.

„Viele in der Klimabewegung aktive Menschen unterschätzen, wie umfassend die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen sein müssen, um die Klimaerwärmung wirklich zu begrenzen.“ So Christian Zeller in seinem Buch „Revolution für das Klima“. Ausgehend von den Szenarien des aktuellen IPCC-Berichts 2018 zum 1,5 Grad-Ziel, hält Zeller eine globale Reduktion der Treibhausgase bis 2030 um 60 Prozent für nötig. 2050 müssten wir bei Null Emissionen sein, um Kippeffekte zu vermeiden. Seine zentrale These: der kapitalistische Wachstumszwang mache diesen Wandel unmöglich: „Ein grüner Kapitalismus ist ein Widerspruch in sich.“ Notwendig seien ein Um- und Rückbau der Produktion, die Orientierung an der Grundversorgung und den öffentlichen Infrastrukturen sowie geänderte Eigentumsverhältnisse. Stichworte sind „Gebrauchswerte schaffen“, „ökologische Grenzen“ und „Selbstermächtigung.“

Christian Zeller fordert einen grundlegenden Kurswechsel – eine Klima-Revolution. In seinem Buch macht der Wirtschaftsgeograph der Universität Salzburg deutlich, warum es eine Revolution für das Klima und das Leben der Menschen braucht und wie diese aussehen kann. Seine Überzeugung: Die Produktion, die Landwirtschaft, der Verkehr und das Finanzsystem sind grundlegend umzubauen. Die gesellschaftliche Infrastruktur – Gesundheit, Pflege, Sorge und Bildung – sind auszubauen. Hierfür brauche es eine gemeinsame und riesige gesellschaftliche Mobilisierung. Zeller setzt dabei auf die Kooperation der Klimabewegung mit sich neu erfindenden Gewerkschaften und politisierten Belegschaften.

Wir diskutieren mit dem Autor über seine Vorstellungen einer öko-sozialistischen Gesellschaft: was unterscheidet diese von einem „grünen Kapitalismus“? Weist sie Gemeinsamkeiten mit einer „öko-sozialen Marktwirtschaft“ bzw. einer „Gemeinwohl-Ökonomie“ auf? Was wäre bei diesem Umbau Aufgabe der Staaten, wie müssten Unternehmen neu aufgestellt werden?

Di., 20. Oktober 2020, 19.00 Uhr. Dem Vortrag von Prof. Christian Zeller folgt ein Gespräch mit Petra Nagenkögel (prolit) und Hans Holzinger (JBZ). Die Veranstaltung ist online geplant. Ob die Buchpräsentation auch mit begrenztem Publikum stattfinden wird, hängt von den im Herbst geltenden Corona-Vorsorgemaßnahmen ab. Den Link zur ZOOM-Veranstaltung gibt es nach der Anmeldung.

Christian Zeller lehrt Wirtschaftsgeographie und Global Studies an der Universität Salzburg. Er publizierte zu global ungleicher Entwicklung, Bedeutungszunahme des Finanzkapitals, Inwertsetzung der Natur, Stadtentwicklung und Wirtschaftsdemokratie. Er setzt sich für eine transnationale ökosozialistische Bewegung von unten ein. Sein Buch „Revolution für das Klima. Warum wir eine ökosozialistische Alternative brauchen“ ist 2020 beim oekom-Verlag München erschienen (242,- S., € 22,-)





Birgit Bahtic-Kunrath: „Klimavolksbegehren setzt ein kräftiges Zeichen. Nun ist das Parlament am Zug“

380.590 Österreicher und Österreicherinnen haben das Klimavolksbegehren unterschrieben. Nun müssen die Forderungen, etwa die Abschaffung aller Subventionen für fossile Energieträger oder die Umsetzung einer öko-sozialen Steuerreform, im Parlament behandelt werden. JBZ-Mitarbeiterin Birgit Bahtic-Kunrath war in ihrer Freizeit in der Salzburger Regionalgruppe (im Bild mit Nina Köberl und Julia Dressel) höchst aktiv. Ihre Einschätzung: „Das Klimavolksbegehren setzte ein kräftiges Zeichen. Nun ist das Parlament am Zug.“ Zudem unterstützte die JBZ das Anliegen mit publizistischen Beiträgen, etwa einem Gastkommentar in „Die Presse“.

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„Truppen und Waffen hat die Welt genug.“ Robert Jungk-Stipendiat Thomas Roithner plädiert für zivile Konfliktbearbeitung

Thomas Roithner war Robert-Jungk-Stipendiat 2017 der Stadt Salzburg und hat in der JBZ zwei Monate lang zum Thema „Zivilmacht Europa“ geforscht und hiefür ein JBZ-Arbeitspapier erstellt. Der Friedensforscher ist Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Wien und setzt sich in seinem regen publizistischen Wirken für eine zivile Konfliktbearbeitung und den Rückbau der Armeen und Waffenarsenale ein – ganz in der Tradition von Robert Jungk. Sein Kommentar „Raketenzählen der Großmächte in Wien“ anlässlich der atomaren Abrüstungsgespräche zwischen den USA und Russland erschien am 21. Juni in der Wiener Zeitung. Im Standard vom 25. Juni nahm Roithner zur Frage der Reform des Österreichischen Bundesheeres anlässlich eines diesbezüglichen Vorstoßes der Verteidigungsministerin Stellung. Sehr lesenswert (hh).

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„Von der autogerechten zur menschengerechten Stadt“ | Verkehrsplaner Harald Frey und Stadträtin Martina Berthold in der Reihe „Projekte des Wandels“ mit Smart City Salzburg | Nachlese auf JBZ TV

Öffentliche Räume nicht mehr aus der „Windschutzscheibenperspektive“ der Autos, sondern aus der Perspektive der Lebensqualität für die Menschen zu denken, nennt der Verkehrsplaner Harald Frey als zentrales Anliegen für eine nachhaltige Stadtplanung. Er war Referent der Veranstaltung „Mobilität der Zukunft“ der Reihe Projekte des Wandels der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Kooperation mit Smart City Salzburg am 24. Juni 2020. Stadträtin Martina Berthold berichtete von Zukunftsplänen für nachhaltige Mobilitätslösungen in Salzburg und die Hürden, die es dafür zu nehmen gibt. Der von Hans Holzinger moderierte Abend kann hier auf JBZ TV nachverfolgt werden.

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