Category Archives: PW Rückblicke

Im Engagement für Natur- und Umweltschutz | Hannes Augustin im Gespräch

Hannes Augustin, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Salzburg, war am 10. April zu Gast in der Reihe „Projekte des Wandels“. Im Gespräch mit Birgit Bathic-Kunrath und Stefan Wally berichtete er über die Anfänge der Natur- und Umweltschutzbewegung in Salzburg sowie seinen persönlichen Weg vom forschenden Biologen hin zum Geschäftsführer des Naturschutzbundes Salzburg. Es ging um Erfolge, etwa die Grünland-Deklaration in der Stadt Salzburg, um Konfliktfelder und gewonnene Bündnisse im Rahmen seines langjährigen Engagements für Natur- und Umweltschutz, zu dem auch die Abkehr von der Nutzung der Atomenergie und der Einsatz für mehr verbindliche Bürgerbeteiligung in Salzburg gehören. Als wesentlichen erfolg sieht Augustin auch die Renaturierung der Salzachauen.

Hannes Augustin mit Bischof Erwin Kräutler bei einer Unterschriftenaktion für die Renaturierung der Salzachauen

Die Gesprächsreihe unter dem Motto „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ ist Teil eines Forschungsprojekts der JBZ über Partizipation in Salzburg. Bericht: Hans Holzinger, Foto: Carmen Bayer, Netzwerk Bildungsberatung, dem Partner dieses Projektes.

Freiwilligenarbeit braucht Unterstützung | Dagmar Ziegler bei Projekte des Wandels

Freiwilligenengagement ist für die Betroffenen sowie für die Einrichtungen, in denen sie sich engagieren, wertvoll und bereichernd. Aber es müssen die Bedingungen stimmen. Dies lernten wir aus dem Vortrag von Dagmar Ziegler am 11. April 2019 in unserer Reihe Projekte des Wandels. Freiwilliges Engagement gibt es in vielen Bereichen: in Sport- und Kulturvereinen, in zivilgesellschaftlichen Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, bei der Feuerwehr u.a.

Das Freiwilligenzentrum Salzburg koordiniert Einsätze in Sozialeinrichtungen, etwa Besuchsdienste oder Lernhilfen. „Ohne Freiwilligenarbeit wären viele Angebote im Sozialbereich in der vorhandenen Qualität nicht möglich“, so Ziegler. Als Freiwilligenarbeit gelten unbezahlte Leistungen von Privatpersonen in Organisationen und Vereinen. Davon unterschieden wird das „Ehrenamt“ in öffentlichen Funktionen, etwa im Vorstand von Vereinen oder in Parteien.

Über die Salzburger Freiwilligenbörse bzw. das Freiwilligenzentrum können Interessierte Einsatzbereiche finden. Am Salzburger Freiwilligentag können Schnuppererfahrungen in ausgewählten Projekten gemacht werden. Termin: 17. Mai 2019. Wer sich gesellschaftspolitisch in einer NGOs engagieren möchte, findet Einrichtungen in der von der JBZ betreuten Salzburger Plattform Zivilgesellschaft.

Moderation und Bericht: Hans Holzinger, Fotos: Reinhard Geiger (beide JBZ)

Energiewende zwischen alten Lobbys und neuen Projekten von unten | DI Michael Torner

Gemeinsam mit attac Flachgau hatte die JBZ am 26. März 2019 den Energieexperten Michael Torner von der Fachhochschule Technikum Wien zu einem Vortrag „Klimapolitik ohne Systemwandel“ in die Öffentliche Bibliothek Seekirchen geladen. Torner schilderte zunächst die Barrieren die einer tatsächlich wirksamen Klima- und Energiepolitik in der Europäischen Union im Weg stehen. Gute Gesetzesvorschläge des EU-Parlaments würden nicht selten von der Kommission oder dem Rat der Wirtschaftsminister zurückgestutzt. Die Allianz der fossilen Energieunternehmen und der Automobilhersteller habe noch immer den größten Einfluss auf das, was in der EU in Sachen Energie- und Umweltpolitik gemacht werden. Zudem seien die Ziele, etwa den Anteil der Erneuerbaren Energieträger bis 2030 auf 32 Prozent anzuheben, viel zu niedrig.

In zweiten Teil seines Vortrags ging Torner, Ko-Autor des Beitrags über Klima- und Umweltpolitik in dem attac-Band „Entzauberte Union“ (Mandelbaum-Verlag), auf Wege einer Energiewende „von unten“ ein. Durch Energiegenossenschaften, Bürgerkraftwerke, Energieräte, die Mitsprache von Vertretern der Zivilgesellschaft in Energieunternehmen könnten Alternativen entwickelt werden, die an der Macht der alten fossilen Energiekonzerne rütteln. Dennoch sei die Politik in die Pflicht zu nehmen und durch öffentlichen Druck den Einfluss der Fossilbranche zurückzudrängen. Dies war dann auch zentrales Thema in der lebhaften Diskussion mit den gut 30 Teilnehmenden.

Mit herzlichem Dank an das Team der Öffentlichen Bibliothek Seekirchen unter Leitung von Janet Ehrengruber für die freundliche Gastgeberschaft.

Einführung und Foto: Kurt Egger, Moderation und Bericht: Hans Holzinger