Category Archives: PW Rückblicke

Nachlese: Günter Gorbach im Gespräch

Günter Gorbach, langjähriger Sprecher der Salzburger Müllplattform, war am 22. Mai 2019 im Rahmen der Reihe „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ zu Gast in der JBZ. Die Müllplattform kämpfte seit Ende der 80er Jahre gegen die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen in Salzburg, und für eine umweltverträgliche Abfallwirtschaft – inklusive dem Vermeiden von Müll. Während der Jahre des Engagements hatte Günter Gorbach durchaus mit mächtigen Gegnern zu kämpfen. Zentral war hier das Aneignen von Expertise – durch internationale und österreichweite Vernetzung und permanentem Austausch in Vor-Internetzeiten mit anderen AktivistInnen. So gelang es der Müllplattform trotz Gegenwind, den Bau von Müllverbrennungsanlagen im Bundesland zu verhindern. Im Jahr 2000 wurde die Bewegung schließlich aufgelöst.  

Die Sendung von Günter Gorbach gibt es demnächst zum Nachhören.

Nachlese: Wilfried Rogler im Gespräch

Am 15. Mai 2019 erzählte Wilfried Rogler, einer der führenden Köpfe verschiedener Salzburger Bürgerinitiativen, im Rahmen der Reihe „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ von seinem über 30-jährigen Engagement für die Anliegen der Salzburger Bürger und Bürgerinnen: Politisiert durch das Ringen um den Schütz von Salzburgs Grünland in den 70ern, begründete Wilfried Rogler Anfang der 80er Jahre die Bürgerinitiative Schallmoos mit, die in Folge einer der erfolgreichsten in der Stadt werden sollte – so wurde unter Anderem der Kapuzinerbergtunnel verhindert. Rogler engagierte sich über Jahre für nachhaltige Verkehrslösungen, für eine „grüne Salzach“, dem Ausbau von Radwegen, und einem sorgsam mit Grund und Boden in der Stadt. Wichtig war auch das Engagement gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Bei der Verankerung der Grünlanddeklaration im Stadtrecht und dem Erarbeiten eines Modells für direkte Demokratie in der Stadt – das kurz vor Abschluss von der Stadtpolitik versenkt wurde – stand Rogler in der ersten Reihe; ein Engagement, das bis heute anhält.

Das von Reinhard Geiger aufgezeichnete Gespräch kann man hier nachhören.

Salzburg als Stadt der Bürgerinitiativen | Gespräche mit Wilfried Rogler und Günter Gorbach

Wilfried Rogler erzählte am 15. Mai 2019 in der Reihe „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ über sein Engagement in zahlreichen Salzburger Bürgerinitiativen, etwa im Einsatz für die Erhaltung von Grünland, die zur „Grünlanddeklaration“ der Stadt Salzburg geführt hat, die Unterbindung von Mega-Verkehrsprojekten wie die Untertunnelung des Kapuzinerbergs oder gegen die WAA Wackersdorf (s. Foto Familie Rogler). Den Schilderungen des Sprechers mehrerer Bürgerinitiativen war auch zu entnehmen, wie schwer sich die offizielle Politik Anfangs mit diesen neuen Formen des Bürgerengagement tat. Im Rahmen der Veranstaltung wurde des vor kurzem verstorbenen Vorkämpfers für Bürgerdemokratie, Richard Hörl, gedacht.

Das von Reinhard Geiger aufgezeichnete Gespräch mit Wilfried Rogler ist hier zum Nachhören.

Eine Bürgerinitiative – die Ende der 1970 Jahre gegründete Salzburger Müllplattform – war Thema der Gesprächsrunde am 22. Mai 2019. Günter Gorbach berichtete darüber, wie aus Protesten gegen geplante Müllverbrennungsanlagen in Salzburg eine fachlich versierte Gruppe für Müllvermeidung und umweltverträgliche Müllverwertung bzw Recycling wurde.

„Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ ist eine Gesprächsreihe der JBZ mit Pionieren und Pionierinnen der Salzburger Zivilgesellschaft und Sozialen Bewegungen. Birgit Bahtic-Kunrath und Stefan Wally erstellen auf der Basis der Gespräche ein Arbeitspapier über BürgerInnen-Engagement in Salzburg.

Im Engagement für Natur- und Umweltschutz | Hannes Augustin im Gespräch

Hannes Augustin, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Salzburg, war am 10. April zu Gast in der Reihe „Projekte des Wandels“. Im Gespräch mit Birgit Bathic-Kunrath und Stefan Wally berichtete er über die Anfänge der Natur- und Umweltschutzbewegung in Salzburg sowie seinen persönlichen Weg vom forschenden Biologen hin zum Geschäftsführer des Naturschutzbundes Salzburg. Es ging um Erfolge, etwa die Grünland-Deklaration in der Stadt Salzburg, um Konfliktfelder und gewonnene Bündnisse im Rahmen seines langjährigen Engagements für Natur- und Umweltschutz, zu dem auch die Abkehr von der Nutzung der Atomenergie und der Einsatz für mehr verbindliche Bürgerbeteiligung in Salzburg gehören. Als wesentlichen erfolg sieht Augustin auch die Renaturierung der Salzachauen.

Hannes Augustin mit Bischof Erwin Kräutler bei einer Unterschriftenaktion für die Renaturierung der Salzachauen

Die Gesprächsreihe unter dem Motto „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ ist Teil eines Forschungsprojekts der JBZ über Partizipation in Salzburg. Bericht: Hans Holzinger, Foto: Carmen Bayer, Netzwerk Bildungsberatung, dem Partner dieses Projektes.

Freiwilligenarbeit braucht Unterstützung | Dagmar Ziegler bei Projekte des Wandels

Freiwilligenengagement ist für die Betroffenen sowie für die Einrichtungen, in denen sie sich engagieren, wertvoll und bereichernd. Aber es müssen die Bedingungen stimmen. Dies lernten wir aus dem Vortrag von Dagmar Ziegler am 11. April 2019 in unserer Reihe Projekte des Wandels. Freiwilliges Engagement gibt es in vielen Bereichen: in Sport- und Kulturvereinen, in zivilgesellschaftlichen Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, bei der Feuerwehr u.a.

Das Freiwilligenzentrum Salzburg koordiniert Einsätze in Sozialeinrichtungen, etwa Besuchsdienste oder Lernhilfen. „Ohne Freiwilligenarbeit wären viele Angebote im Sozialbereich in der vorhandenen Qualität nicht möglich“, so Ziegler. Als Freiwilligenarbeit gelten unbezahlte Leistungen von Privatpersonen in Organisationen und Vereinen. Davon unterschieden wird das „Ehrenamt“ in öffentlichen Funktionen, etwa im Vorstand von Vereinen oder in Parteien.

Über die Salzburger Freiwilligenbörse bzw. das Freiwilligenzentrum können Interessierte Einsatzbereiche finden. Am Salzburger Freiwilligentag können Schnuppererfahrungen in ausgewählten Projekten gemacht werden. Termin: 17. Mai 2019. Wer sich gesellschaftspolitisch in einer NGOs engagieren möchte, findet Einrichtungen in der von der JBZ betreuten Salzburger Plattform Zivilgesellschaft.

Moderation und Bericht: Hans Holzinger, Fotos: Reinhard Geiger (beide JBZ)

Energiewende zwischen alten Lobbys und neuen Projekten von unten | DI Michael Torner

Gemeinsam mit attac Flachgau hatte die JBZ am 26. März 2019 den Energieexperten Michael Torner von der Fachhochschule Technikum Wien zu einem Vortrag „Klimapolitik ohne Systemwandel“ in die Öffentliche Bibliothek Seekirchen geladen. Torner schilderte zunächst die Barrieren die einer tatsächlich wirksamen Klima- und Energiepolitik in der Europäischen Union im Weg stehen. Gute Gesetzesvorschläge des EU-Parlaments würden nicht selten von der Kommission oder dem Rat der Wirtschaftsminister zurückgestutzt. Die Allianz der fossilen Energieunternehmen und der Automobilhersteller habe noch immer den größten Einfluss auf das, was in der EU in Sachen Energie- und Umweltpolitik gemacht werden. Zudem seien die Ziele, etwa den Anteil der Erneuerbaren Energieträger bis 2030 auf 32 Prozent anzuheben, viel zu niedrig.

In zweiten Teil seines Vortrags ging Torner, Ko-Autor des Beitrags über Klima- und Umweltpolitik in dem attac-Band „Entzauberte Union“ (Mandelbaum-Verlag), auf Wege einer Energiewende „von unten“ ein. Durch Energiegenossenschaften, Bürgerkraftwerke, Energieräte, die Mitsprache von Vertretern der Zivilgesellschaft in Energieunternehmen könnten Alternativen entwickelt werden, die an der Macht der alten fossilen Energiekonzerne rütteln. Dennoch sei die Politik in die Pflicht zu nehmen und durch öffentlichen Druck den Einfluss der Fossilbranche zurückzudrängen. Dies war dann auch zentrales Thema in der lebhaften Diskussion mit den gut 30 Teilnehmenden.

Mit herzlichem Dank an das Team der Öffentlichen Bibliothek Seekirchen unter Leitung von Janet Ehrengruber für die freundliche Gastgeberschaft.

Einführung und Foto: Kurt Egger, Moderation und Bericht: Hans Holzinger