Geschichte der proZukunft

Pro Zukunft, der Wegweiser durch die aktuellen zukunftsrelevanten Neuerscheinungen

Im Frühjahr 1987 erschien mit einem Umfang von 28 Seiten die erste Ausgabe von pro Zukunft mit dem Anliegen, “nicht nur Voraussicht unter verschiedensten Aspekten zu vermitteln, sondern auch Übersicht. Denn erst wenn Zusammenhänge zwischen Prognosen und Visionen aus den verschiedensten Gebieten hergestellt werden, ist es möglich, verantwortlich zu denken und zu handeln“, so Robert Jungk im  Editorial. Der Wissenschaftspublizist hat auch darauf hingewiesen, dass es eine solche Publikation bisher im deutschen Sprachraum nicht gebe.

Als Vorbild für pro Zukunft galt der von Jungk hochgeschätzte, in den USA seit Jahren auf englischsprachige Neuerscheinungen hinweisende „Future Survey“, von der World Future Society seit 1966 publiziert und von Michael Marien mit Engagement und großer Sachkenntnis hauptverantwortlich gestaltet. Die Kooperation mit dem US-amerikanischen Partner, von dem wir von 1993 an exklusiv Übersetzungen in pro Zukunft veröffentlichten, dauerte bis Ende 2008 an. (Eine vergleichbare Zusammenarbeit mit der von Hugues de Jouvenel herausgegebenen französischen Zeitschrift „futurible“ bestand bis 2002.)

Das Ziel Robert Jungks – und das ist für uns nach wie vor Programm – war es, „einen Doppelblick auf die für die Welt von morgen bestimmenden Ereignisse (zu) werfen und sowohl das Bedrohende wie das Rettende in der Fülle der Veröffentlichungen (zu) entdecken, die sich mit den Sorgen und den Hoffnungen“ der Menschen beschäftigen. „Es geschieht mit der Absicht, die Lesenden zu aktiven Mitdenkern zu machen, die selber zwischen den zahlreichen Anstößen Zusammenhänge herstellen und sich dann die (…) Frage vorlegen, welche Zukunft wir wollen“, so Jungk  (Heft 2/1989).

Heute sind wir mehr denn je gefordert, die „neuen sozialen, wirtschaftlichen, technischen und vor allem geistigen Entwicklungen“ so rechtzeitig wie möglich zu erkennen und unseren Leserinnen und Lesern einen guten, vielleicht sogar überdurchschnittlichen Informationsstand an die Hand zu geben, damit sie „auch die Möglichkeit haben, sich an der Gestaltung der neuen Epoche wissend zu beteiligen“ (Heft 2/1989). Für die Demokratie von heute gilt diese Maxime nach wie vor, zumal namhafte PolitikwissenschaftlerInnen zu dem Schluss kommen, dass die drängenden Fragen der Zukunft nur mit der „politischen Weisheit der Vielen“ gelöst werden können.

Ein Blick auf die Geschichte unseres Mediums zeigt, dass wir immer wieder die wichtigen Themen der Zeit im Spiegel aktueller Publikationen nachgezeichnet haben (vgl. Diskurse im Rückblick). Selbstverständlich waren und sind die im Wesentlichen vom JBZ-Team gestalteten Rezensionen das Kernstück von pro Zukunft. Darüber hinaus bemühen wir uns, ein breites Spektrum an wichtigen Informationen zu liefern. Dazu gehört der Rückblick auf Veranstaltungen in der Rubrik „Zukunft in der Diskussion“ ebenso wie Berichte aus Zukunftswerkstätten im „Forum Zukunftswerkstatt“ und (früher noch) Angaben zu „Grauem Material“ sowie ein Terminkalender. Das Layout der Zeitschrift wurde mehrmals aktualisiert und überzeugt heute durch ein großzügiges, sachliches Erscheinungsbild. Auch die jahrelange Kooperation mit dem Beltz-Verlag (Weinheim) fand sowohl inhaltlich als auch im Layout sowie in der Häufigkeit des Erscheinens ihren Niederschlag. Seit Heft 2/2006 besteht eine sehr erfreuliche Zusammenarbeit mit der Global Marshall Plan-Initiative in Deutschland. Durch eine Kooperation mit dem Land Salzburg ist pro Zukunft zudem in allen Öffentlichen Bibliotheken des Bundeslandes präsent.

Nicht zuletzt aufgrund der Herausgeberschaft der Zeitschrift wurden wir von der UNESCO als einzige Institution im deutschen Sprachraum eingeladen, relevante Literatur für eine zukunftsorientierte Datenbank (FUTURESCO) sowie Beiträge für ein halbjährlich erscheinendes Bulletin (Future Scan) zu erstellen. FUTURESCO hatte zum Ziel, eine weltweite Übersicht über langfristige Entwicklungen und Perspektiven in den Bereichen Erziehung, Wissenschaft und Ökologie zu erarbeiten und für den raschen Zugriff aufzubereiten.                Alfred Auer (2017)