Spätestens seit die Trendforschung Anfang der 1970er Jahre auf das Phänomen einer „Nostalgiewelle“ (Alvin Toffler) aufmerksam geworden ist, ist es zum wiederkehrenden Medienritual geworden, die jeweils neuesten derartigen Wellen als Zeichen der Zeit auszurufen und dabei die vorangegangen zu vergessen. Zur intellektuellen Begleitmusik gehören deshalb stets auch die aufgeregten Warnungen derer, die vor den angeblichen Folgen der plötzlich anschwellenden Nostalgie warnen. Was es mit all dem auf sich hat, woher das Gefühl stammt und warum es von manchen gefürchtet wird, erfährt man in Agnes Arnold-Forsters kulturgeschichtlichem Werk dazu („Nostalgie“, 2025, vorgestellt in dieser Ausgabe unseres Magazins). Beschäftigen muss uns besonders ihr Befund, dass nostalgische Gefühle lange regelrecht pathologisiert wurden und daher heute einer gewissen Rehabilitierung bedürfen.

Die dadurch aufgeworfenen Fragen stellen sich nun aber in einer Zeit, in der sehr viele Menschen eine „bittersüße“ Beziehung zur Vergangenheit eingegangen sind – sei es, weil sie per se dazu neigen, sei es, weil wir heute in einem unübersichtlichen Interregnum leben, in dem man sich ganz besonders nach Schönem und Sinnvollem sehnt. Und so beschäftigen sich viele der Bücher, die in der Septemberausgabe besprochen werden, entweder mit geopolitischen und technologischen Veränderungen, die uns heute potentiell überfordern, oder aber mit den daraus geborenen Sorgen um „das Schöne, das verloren geht“ (Marcel Hänggi).

Das Magazin wurde 1987 von Robert Jungk gegründet und wird seitdem vierteljährlich von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen herausgegeben. Die Printvariante können Sie im Abo unter https://www.prozukunft.org/shop bestellen.

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