MR 130 | Zweisprachigkeit und Bildung – ein Streitfall?

In den überwiegenden Teilen und Regionen der Welt wachsen Kinder in zwei- und mehrsprachigen Situationen auf. Zwei- und Mehrsprachigkeit ist global gesehen die Normalität. Trotzdem ist die allgemeine Einstellung zur zweisprachigen Erziehung und Bildung geprägt von Verunsicherung, Vorbehalten und Vorurteilen. Solange es um Prestigesprachen, wie Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch, geht, sind wir voll der Bewunderung über mehrsprachige Menschen und beneiden sie. Anders ist die Haltung gegenüber mehrsprachigen Personen mit Migrations- oder Minderheitenhintergrund. Die hörbare Häufung dieser Sprachen stößt auf Ablehnung. Bewunderung und Ablehnung von Zwei- und Mehrsprachigkeit haben mit dem Status der Menschen und ihrer Sprachen zu tun. Bei dem Montagsgespräch mit Univ. Prof. Dr. Vladimir Wakounig sollen u.a. folgende Fragen erörtert werden:

  • Ist gleichzeitiges Aufwachsen in zwei oder mehreren Sprachen möglich und sinnvoll?
  • Haben zwei- und mehrsprachige Personen eine eindeutige Identität und Loyalität?
  • Wie fördert und bewahrt man die Zweisprachigkeit der Kinder in einer einsprachigen Umgebung?
  • Brauchen Minderheitensprachen eine stärkere schulische Unterstützung?
  • Hat die Zweisprachigkeit von Migrant/innen und Minderheiten eine positive, individuelle und gesellschaftlich nützliche Kompetenz?

Montag, 27. Mai 2019, Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18, 5020 Salzburg. 19.30 Uhr. Anmeldung

Eine Veranstaltung in Partnerschaft mit dem Dialog 2019.

PW 36 | Gegen die Mülllawine | Günter Gorbach im Gespräch | 22.5.19

Robert Jungk stand dafür, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Wir wollen die Erfahrungen sichern, die in Salzburg in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich Bürgerengagement gesammelt wurden. In einer Reihe von runden Tischen erzählen Salzburger Pioniere und Pionierinnen der Partizipation von ihren Erfahrungen.

In der vierten Runde haben wir den Initiator der Salzburger Müllplattform, Günter Gorbach zu Gast.

22. Mai, 17.00 – 18.30 Uhr, JBZ, Strubergasse 18, 5020 Salzburg

Eine Veranstaltung in der Reihe „Projekte des Wandels“ im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Geschichte der Partizipation in Salzburg. In Kooperation mit der ARGE Salzburger Erwachsenenbildung und dem Netzwerk Bildungsberatung Salzburg.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Marianne Gronemeyer über die Grenze als Paradox der Moderne

Die Grenze als Hüterin der Verschiedenheit sei eine sinnvolle Schranke gegen eine imperialistische Welteinheitsunkultur und Gleichmacherei, so Marianne Gronemeyer bei der Vorstellung ihres Buchs „Die Grenze. Was uns verbindet, in dem es uns trennt“ in der 48. Ausgabe von JBZ-Zukunftsbuch. Die Grenze verstanden in diesem Sinne sei auf Komplementarität, Dialog und gegenseitige Anerkennung angewiesen. Grenze im Sinne von Abgrenzen bewirke das Gegenteil: „Wer sich abgrenzt, sperrt sich selber ein.“

Gronemeyers Buch enthält sieben Essays, die das Thema Grenze aus unterschiedlicher Perspektive behandeln. Es geht um Behausung, Gastfreundschaft und Schwellenbewusstsein, um die Fragwürdigkeit von Grenzwerten und die Manie, alles berechnen zu wollen, um die Festlegung von Obergrenzen des vermeintlich Zumutbaren im Kontext von Flüchtlingen sowie um die Grenzen des Wachstums.

Die Angst vor Flüchtlingen rühre nicht von deren Fremdheit her, sondern vielmehr daher, dass diese dasselbe wollen wie wir, nämlich materiellen Wohlstand, den wir so bedroht sehen, so Gronemeyer. Die Grenzen des Wachstums seien zwar bekannt, würden aber nirgends befolgt, da unser Wirtschaftssystem auf Wachstum angelegt sei. So kämen wir in die widersprüchliche Lage, konsumieren zu müssen um die Wirtschaft in Gang zu halten, zugleich sollten wir aber das Klima schützen.

Marianne Gronemeyer insistierte auf dem Recht auf Anderssein, dem Recht auf „meine Art des Daseins“, auf Achtsamkeit und wirkliche Begegnung. Die „erzählte Welt“ sei in diesem Sinne der „gezählten Welt“ vorzuziehen. Gronemeyers Buch „Die Grenze“ und weitere Bücher der Autorin, etwa „Das Leben als letzte Gelegenheit“ oder „Genug ist genug“, sind in Buchhandlungen erhältlich. Wirklich lesenswert!

Der Vortrag wird demnächst als Audiodatei zum Nachhören online gestellt. In den Salzburger Nachrichten erscheint ein Interview mit Marianne Gronemeyer, geführt von Josef Bruckmoser. Ausschnitte aus dem Film „Preis der Freiheit“ können online angesehen werden.

Bericht und Einführung: Hans Holzinger, Foto: Reinhard Geiger

MR 131 | Das Futurium – ein Haus der Zukünfte“ | Mit Direktor Stefan Brandt | 17.6.2019

Direkt an der Spree, zwischen Hauptbahnhof und Reichstagsgebäude in Berlin, wurde mit dem Futurium ein „Haus der Zukünfte“ errichtet. Auf über 5.000 Quadratmetern stehen künftig eine Ausstellung, ein Mitmach-Labor und ein Veranstaltungsforum zur Verfügung. In wenigen Wochen, am 5. September, wird das Futurium eröffnet. Es gelang uns, den Direktor des Hauses aus Berlin nach Salzburg zu holen: Stefan Brandt wird in dieser Montagsrunde unter anderem berichten, welche Bedeutung Robert Jungk für das Futurium hat.

In diesem Sommer jährt sich zum 30. Mal die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg an Robert Jungk. Für die Stadt wird die Vorsitzende des Kulturausschusses Mag. Karoline Tanzer Grüße überbringen.

131. JBZ-Montagsrunde: „Das Futurium – ein Haus der Zukünfte.“
Impuls: Dr. Stefan Brandt (Direktor des Futuriums, Berlin)
Montag, 17. Juni 2019, 19.30 Uhr. Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2, 5020 Salzburg.

Wir bitten um Anmeldung hier

Xanthe Hall sprach über atomare Rüstung

Am Montag, 13. Mai 2019, referierte Xanthe Hall, Vorsitzende von Internationale ÄrztInnen für die Verhütung eines Atomkriege zur globalen Lage atomarer Rüstung. Tatsächlich ist ein Verbot von Atomwaffen unumgänglich: Keine Waffe sonst verursacht ähnlich weitreichende humanitäre Katastrophen, die noch dazu über Jahrzehnte bestehen bleiben. Die Effekte sind immer global, auch bei regionalen Atomwaffen-Konflikten, denn neben den menschlichen Verlusten werden auch Natur und Klima empfindlich gestört. Bis heute beharren die 5 ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auf den Besitz von Atomwaffen, dazu gibt es vier weitere Staaten, die illegalerweise Atomwaffen erworben haben. Macht, Status, Abschreckung – dies sind die zentralen Motive dahinter. Xanthe Hall betonte hier auch die Rolle von Bündnispartnern. Selbst wenn ein Staat selbst keine Atomwaffen besäße, könne dieser zur globalen Bedrohung beitragen, durch Stationierungen, Abwehrschilden, etc.

Tatsächlich konnten Atomwaffen bislang keine Konflikte verhindern; sie sind zudem auch nicht sicher – das Fehlerpotenzial bleibt enorm hoch. Obwohl all diese Probleme bekannt sind, ist derzeit ein Rückschritt auf internationaler Ebene zu beobachten, wenn es um Rüstungskontrolle geht – das Aufkündigen des INF-Vertrags durch die USA und Russland ist nur ein Beispiel.

Trotz aller Herausforderungen endete Xanthe Halls Vortrag mit einem positiven Ausblick: Der globalen Zivilgesellschaft ist mit der Internationalen Kampagne zum Verbot von Atomwaffen (ICAN) gelungen, einen internationalen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen auf die politische Agenda zu setzen. Der Vertrag durchläuft gerade den Ratifizierungsprozess – ein großer Erfolg der internationalen Friedensbewegung, die ICAN 2017 den Friedensnobelpreis einbrachte, und ein erster Schritt zur internationalen Ächtung dieser verheerenden Waffen.