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  1. Joachim Stein

    Nachhaltige Entwicklung und klimapolitische Umsteuerung setzen einen Wandel im Wissenschafts- und Bildungsverständnis voraus

    Der Kommentator stimmt mit der Auffassung von Robert Jungk überein, die er 1992 in einem persönlichen Gespräch in Erfurt zum Ausdruck gebracht hat.
    Die Übergangszeit vom so genannten technokratischen zum kybernetischen Zeitalter trägt Merkmale wie: Anders mit Pflanzen, Tieren, Menschen, Wasser, Luft und Boden umzugehen, anders zu arbeiten, zu erziehen, anders zu produzieren, anders zu leben. Selbstbesinnung, Selbstbestimmung, Selbstorganisation tritt mehr und mehr an die Stelle zentraler ideologischer Führung.
    Das alles sind Gründe in der Schule die Nachhaltigkeit der Entwicklung auf die Tagesordnung zu setzen!
    Das Konzept „Veränderungslernen“ ist ein Handlungskonzept der Zukunftsgstaltung. Das heißt, daß erst einmal erkannt werden muß das unsere Schulen nicht nachhaltig sind und umgewandelt werden müssen.
    Eigene Wünsche, eigenes Können, eigene Ergebnisse und Überlebensanstrengungen sind starke Antriebe. Es darf mit dem neuen Jahrtausend nicht der allgemeine Verfall unvermeidliches Schicksal werden. Vielmehr, es reift die Hoffnung, dass eine Zeit beginnt, in der eine nicht nur an Zahl, sondern auch an Gestaltungsfähigkeit gewachsene Menschheit ihr Überleben auf weniger riskante Weise sichert als bisher.
    Dies alles ist Grund genug interdisziplinäre Lehr- und Forschungsprogramme zur Überwindung der ökologischen Krise in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Technik und Arbeitswelt in Kraft zu
    setzen.
    Lehre, Forschung und „globale Professionalität“ waren zu allen Zeiten die Eckpfeiler der Universität. Die Vitalität der Universität wächst mit dem Gleichgewicht zwischen Lehre und Forschung. Der Zusammenhang zwischen universitären Innovationen in Ausbildung und Forschung einerseits und industrieller Innovationsfreudigkeit und Kreativität andererseits ist unabdingbar.
    Für die Wissenschaft gilt, wir müssen den Theorieansatz ändern und unser alltägliches Denken und Handeln als Teil des Öko- Systems begreifen.
    Wie könnte ein Wissenschaftssystem konkret aussehen, das wie im Memorandum der Deutschen UNESCO Kommission gefordert, einen „tiefgreifenden zivilisatorischen Wandel“ gemeistert hat?
    Drei Stichworte: Ein zentraler Aspekt ist die Einbettung von Wissenschaft in Gesellschaft;
    Wissenschaft muss wieder zu einem Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen werden, und aufhören, eine reine Beobachterperspektive einzunehmen.
    Zweitens: Nicht das gesamte Wissenschaftssystem muss sich ändern, aber das Verhältnis von disziplinärer und transdisziplinärer Forschung muss sich erheblich wandeln:
    Das würde natürlich auch andere Strukturen erfordern, nämlich eine sehr viel weitergehende Auflösung klassischer Fakultätsstrukturen und stattdessen eine problembezogene Wissensorganisation. Ein dritter wichtiger Punkt ist, dass wir eine ganz andere Einbindung von Zivilgesellschaft in Wissenschaft und Forschung brauchen, als das heute üblich ist, ausgehend vonder Formulierung der wissenschaftlichen Fragestellung quer durch den gesamten Forschungsprozess.
    Mit freundlichen Grüßen Joachim Stein.

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