Category Archives: JBZ TV

Noch Leben im Westen | Yannick Stiller bei der 151. JBZ-Montagsrunde

Der Salzburger Politikwissenschaftler Yannick Stiller stellte sich der Frage, wie es um den „Abstieg des Westens“ bestellt sei. Er referierte die wichtigen Thesen, die allesamt diesen Abstieg zum Inhalt haben. Stiller stellte diesen Thesen aber Argumente entgegen, die den Abstieg in Frage stellen. Es ist noch Leben im Westen.

Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde vom Politikwissenschaftler Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“ propagiert. Damit meinte Fukuyama, dass sich durch den Sieg „des Westens“ Demokratie und Marktwirtschaft nun endgültig und weltweit durchsetzen würden. Drei Jahrzehnte später wirkt diese Prognose stark verfehlt und viele Autorinnen und Autoren sprechen gar von einem bevorstehenden oder gar bereits vonstattengehenden Untergang „des Westens“. Geopolitisch erwachsen der NATO neue Konkurrenten in Asien, wirtschaftlich wird die liberale Marktwirtschaft von staatlich gelenktem Kapitalismus untergraben, normativ befindet sich die Demokratie in der Krise und auch kulturell wird das bisherige Monopol des Westens in Frage gestellt. Hier unsere Interview mit dem Politikwissenschaftler.

Rette sich, wer kann? | Nachlese zur ersten Corona-Lecture über die Flüchtlingskrise

Am 15. September 2020 fand in der JBZ in Kooperation mit dem Friedensbüro Salzburg und dem ifz die erste „Corona-Lecture“ statt, bei uns im Rahmen der Reihe „Projekte des Wandels“. Das Thema des Abends war die Flüchtlingskrise an den Rändern Europas, die ja lange aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden war – bis zu dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos am 8. September 2020. Zwei Fragen standen im Zentrum der Veranstaltung: Wie ist die aktuelle Situation in den Flüchtlingslagern? Wo liegen die Grenzen unserer Solidarität und warum verfallen wir so leicht in einen Krisennationalismus? Zu diesen Fragen sprachen der Friedens- und Konfliktforscher Werner Wintersteiner sowie Monika Gattinger und Kateřina Šrahůlková, beide von Ärzte ohne Grenzen (im Bild v.l.n.r). Hier ein Bericht sowie die Video-Links zu den Vorträgen von Werner Wintersteiner und Ärzte ohne Grenzen Vorträgen auf JBZ TV.

Read more…

Urban Farming – neue Ansätze zur Versorgung der Stadt | Drei Start-Ups bei Projekte des Wandels | Nachlese auf JBZ TV

Die 47. Ausgabe der JBZ-Veranstaltungsreihe „Projekte des Wandels“ am 22. Juli 2020 beschäftigte sich mit dem Thema „Urban Farming“. Dazu luden wir drei Vertreter einschlägiger Start-Ups in den Online-Raum der JBZ, um ihre Initiativen zu präsentieren. Mehr im folgenden Bericht sowie im Videomitschnitt auf JBZ TV.

Read more…

„Unser Lebensstil ist nicht verhandelbar“ | Ingolfur Blühdorn in der 149. Montagsrrunde | Nachlese auf JBZ-TV

Er bleibe Optimist, aber als Sozialwissenschaftler versuche er, die Dinge nüchtern zu analysieren, so Ingolfur Blühdorn von der WU Wien in der 149. Montagsrunde am 6. Juli 2020. Diese Analysen haben es in sich. Die mangelnde Steuerungsfähigkeit unserer komplexen ausdifferenzierten Gesellschaften, bestehende Herrschaftsverhältnisse in unserem Wirtschaftssystem oder zu wenig Aufklärung mögen Gründe dafür sein, dass die ökologische Wende nicht gelingen mag. Der entscheidende Punkt sei jedoch, so Blühdorn, dass unsere Vorstellungen von Freiheit und einem guten Leben der Nachhaltigkeit diametral entgegenstehen. Und diese Vorstellungen seien unverhandelbar, der gebotene Wandel daher nicht mehrheitsfähig. Der Vortrag und die Diskussion sind auf JBZ TV anzusehen.

Read more…

Was kommt danach? 24 | Mit Entschleunigung zu mehr Resonanz?

In dieser Folge erzählt der Nachhaltigkeits- und Zeitfforscher Fritz Reheis, warum sein Buch „Die Resonanzstrategie“ für die Zeit nach der Krise lehrreich sein könnte.

In Zeiten der Krise leistet auch die JBZ ihren Beitrag. Wir wollen helfen, dass wir ins Gespräch kommen über die Zeit nach Corona. Was kommt danach?
Zu diesem Zweck haben wir in unserem Gedächtnis aber auch in unseren Datenbanken gekramt. Seit vielen Jahren lesen wir Zukunftsbücher, fassen sie zusammen und machen so die Inhalte vielen Menschen zugänglich. Nun: Welche dieser Bücher enthielten wichtige Ideen, die wir jetzt hervorholen sollten?

Das könnte man aus „Die Resonanzstrategie“ lernen,
sagt Fritz Reheis:
In der Coronakrise sollten wir …
…innehalten und in uns hinein spüren, um wieder stärker in Resonanz zu treten mit anderen Menschen, der Natur und uns selbst. Aufgabe der Politik wäre eine Zeitpolitik, die dieses Schwingen und die passenden Zeitmaße dazu ermöglicht. Denn Verhalten hängt immer mit den Verhältnissen zusammen, in denen wir leben. Zudem muss die Politik Obergrenzen für den Naturverbrauch festlegen, was etwa den modernen Reisewahnsinn begrenzen würde.

  Das ist wichtig, weil ….
… das alleinige Setzen auf die Logik des Geldes und die Abwertung des Langsamen gegenüber dem Schnellen, etwa der Pflege anderer Menschen oder der Natur gegenüber dem Produzieren von immer mehr Gütern, uns in die aktuellen Krisen geführt hat.  

Dafür gibt es Chancen, ….
… weil die Pandemie uns zeigt, dass die gegenwärtige Turboglobalisierung uns in die Krisen treibt, die betriebswirtschaftliche Logik des Immer-Schneller nun der virologischen Logik weichen musste. Neben dem persönlichen Suchen nach Resonanz und einer Politik, die Rahmenbedingungen hierfür schafft, könnte auch – das sage ich als Erziehungswissenschaftler – die Schule dazu beitragen, wenn sie die Kinder in ihrer Neugierde ernst nimmt und Schule mit dem Leben verbindet.