Der baldige Ausstieg aus nichtnachhaltigen Produktions- und Lebensweisen

2017 tauschten wir uns wieder mit Edgar Göll über seine Zeit in der JBZ aus.

Was bedeutete für dich der Forschungsaufenthalt in Salzburg?
Er war eine hervorragende Möglichkeit, sich in bester Arbeitsatmosphäre einem ausgewählten Themenbereich zu widmen und dafür die Ressourcen der Bibliothek unmittelbar zu nutzen.

Was bedeutet Robert Jungk heute für dich?
Robert Jungk wird meines Erachtens aufgrund der sich zuspitzenden Herausforderungen in mehreren Bereichen („multiple crisis“) insofern wichtiger, weil er eine konstruktive Verknüpfung wissenschaftlicher Arbeit mit gezieltem und strategisch klugem gesellschaftlichen Engagement in Feldern drängender Herausforderungen unter förderlicher, wohlwollend offener Beteiligung der Bevölkerung verbunden hat. Angesichts des wachsenden Rechtspopulismus halte ich dies für eine bedeutsame Rolle für heutige ZukunftsforscherInnen und Intellektuelle.

In welche Richtung hast du dich seit dem Stipendium weiterentwickelt und wie sehen deine beruflichen Zukunftspläne aus?
Ich konnte den ausgewählten Themenbereich „Governance der Zukunft“ vertiefen und z.B. in der Lehre im Masterstudiengang Zukunftsforschung an der FU Berlin im Einsatzfeld „Politik und Governance“ nutzen.

Hast du bleibende Kontakte, die sich aus der Zeit in Salzburg ergaben?
Meine zuvor bereits bestehenden Kontakte wurden vertieft und erweitert; sie bestehen weiter fort.

Was sind für dich die größten Zukunftsherausforderungen, denen sich die Gesellschaft wird stellen müssen?
Der baldige Ausstieg aus nichtnachhaltigen Produktions- und Lebensweisen ist von größter Bedeutung (z.B. Energiewende, Verkehrswende, Agrarwende etc. und Frieden). Dass dies nur unzureichend und viel zu langsam gelingt ist wohl die Kernursache vieler heutiger Krisen und Probleme. Zur Lösung gehört auch die Entwicklung einer „Sustainable Governance“, die den Aufgaben der Langfristigkeit, Globalisierung und themen- und ressortübergreifenden Integration — und den Menschen — gerecht wird. Das erfordert eine Kulturrevolution.