Für eine eine neue Wirksamkeit des Journalismus

2017 tauschten wir uns wieder mit Manfred Ronzheimer über seine Zeit in der JBZ aus. Hier ist, was er uns zu sagen hatte:

Was bedeutete für dich der Forschungsaufenthalt in Salzburg?
Eine wichtige Vertiefung meiner Arbeit als Wissenschaftsjournalist.

Was bedeutet Robert Jungk heute für dich?
Als Journalist ist er weiterhin ein großes Vorbild. Wichtig ist es, dass mit dem Namen eine Botschaft verbunden bleibt. Für mich ist das in wachsendem Maße – neben dem Journalismus – auch der Partizipationsaspekt. Im Dezember 2016 habe ich beides in einem Workshop für das Futurium kombiniert: Partizipativer Journalismus (Bürgerjournalismus). Das Jungksche Motto „Betroffene zu Beteiligten machen“ wurde hier in die journalistische Content-Produktion übersetzt. Eine kleinere Werkstatt gab es im Februar 2016 auf dem Wachstum im Wandel-Kongress in Wien.

In welche Richtung hast du dich seit dem Stipendium weiterentwickelt und wie sehen deine beruflichen Zukunftspläne aus?
Ich habe versucht, das Wirken Robert Jungks stärker nach Deutschland zu tragen und in Berlin zu „verankern“.

Hast du bleibende Kontakte, die sich aus der Zeit in Salzburg ergaben?
Ja, mit dem JBZ-Team.

Was sind für dich die größten Zukunftsherausforderungen, denen sich die Gesellschaft wird stellen müssen?
Nach dem schlimmen politischen Jahr 2016 ist die größte Herausforderung, die Machtübernahme der Dummheit und Anti-Aufklärung zu verhindern. Das verlangt eine neue Wirksamkeit des Journalismus in die Gesellschaft hinein. Früher konnten wir uns darin gefallen, stückchenweise Verbesserungen voranzubringen. Im Moment gilt es aber, Verteidigungs-Barrikaden gegen Populisten und Demagogen aufzubauen, die mühsam erreichte Fortschritte wieder wegradieren wollen.