Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten | Ausbildung 2021 der Robert-Jungk-Bibliothek

„Betroffene zu Beteiligten machen“ – so lautet ein vom Zukunftsforscher Robert Jungk geprägtes Motto für demokratische Teilhabe. Gemeinsam mit Norbert Müllert hat er ein Verfahren entwickelt, das die Sichtweisen, Wünsche und Ideen möglichst vieler berücksichtigt: die Zukunftswerkstatt. Mit der Ausbildung „Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten“ bieten wir mehr Menschen die Möglichkeit, mit dieser innovativen Methode zu arbeiten. Das Angebot im Herbst 2021 ist leider bereits ausgebucht, das Programm wird daher im Frühjahr 2020 wiederholt. Termine folgen. Wer sich für den aktuellen Kurs anmeldet, kommt auf die Warteliste und wird automatisch über die neuen Termine verständigt.

Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) arbeitet seit gut 30 Jahren mit der Methode Zukunftswerkstatt und hat diese – basierend auf zahlreichen Erfahrungen und der Integration neuer Elemente – laufend erweitert.

Zukunftswerkstätten können vielfältig eingesetzt werden:

  • in der partizipativen Erarbeitung von gesellschaftlichen Zukunftsszenarien (etwa zur Arbeitswelt, der Digitalisierung, dem Klimaschutz),
  • in der Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen (etwa in der Entwicklung von Zukunftspfaden für die eigene Kommune oder die Umsetzung von Stadtteilprojekten),
  • im gemeinsamen Entwickeln von Zukunftsideen und Perspektiven (etwa in Unternehmen durch die Belegschaften),
  • in der Mitsprache der Betroffenen in der Ausgestaltung von Infrastrukturen und Räumen (etwa in Schulen, Jugendzentren oder Stadtteilen).

In diesem nunmehr 2. Ausbildungslehrgang – der erste fand 2013 statt – sollen Menschen, die (gerne) mit Gruppen arbeiten, dazu angeleitet werden, Zukunftswerkstätten selbst durchzuführen. Der Lehrgang basiert auf der Erfahrung der JBZ in mittlerweile hundert Zukunftswerkstätten-Projekten und ist derzeit der einzige, der im deutschen Sprachraum angeboten wird.

Vermittelt werden Basics im Umgang mit Gruppen, der methodische Aufbau und Ablauf von Zukunftswerkstätten, die Anwendung von Elementen der Kreativitätsförderung sowie des gemeinsamen Entwickelns von Projektideen. Zudem werden die Rahmendbedingungen für das Gelingen von Zukunftswerkstätten reflektiert – von der Planung der Werkstatt über die Rolle der Moderation bis hin zur Dokumentation der Ergebnisse.

Der Lehrgang besteht aus zwei Modulen zu jeweils eineinhalb Tagen und inkludiert die Durchführung einer begleiteten Probe-Zukunftswerkstatt bzw. einer Übungswerkstatt in „Realsituation“ durch die Teilnehmenden.

Inhalte: Philosophie und Geschichte der Zukunftswerkstätten | Drei Phasen der Zukunftswerkstatt und eingesetzte Methoden | Brainstorming richtig gemacht | Einbau von Rollenspiel, Fishbowl, Storytelling und Pro Action Café | Qualitätskriterien für BürgerInnen-Beteiligung | Aspekte einer guten Moderation

Methodische Leitung: Mag. Hans Holzinger (JBZ)
Inputs: Dr. Walter Spielmann, Mag. Stefan Wally (alle JBZ).
Internationale Gäste: Axel Burow, Birgit Carstensen, Wiebke Claussen, Thomas Ködelpeter, Anne Pinnow (Leipzig), Marion Stock (Deutschland), Sveinung Sundfør Sivertsen (Norwegen).

Gruppengröße: max.  20 Teilnehmer*innen
Kursgebühr: 250,- € inkl. Skriptum
(ermäßigt für in Ausbildung Stehende, Arbeitssuchende: 150,- €)

Dauer: 17. Sept. 2021 16.00-20.00 Uhr | 18. Sept. 2021 9.00-18.00 Uhr
1. Okt. 2021 16.00-20.00 Uhr | 2. Okt. 2021 9.00-18.00 Uhr

Ort: JBZ, Robert-Jungk-Platz 1 / Strubergasse 18, 5020 Salzburg

Alle Lehrgangsteilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten ein Zertifikat.
Für Getränke ist gesorgt, Mittagessen optional in nahem Restaurant

Anmeldung: www.jungk-bibliothek.org/preise-anmeldung
Mehr Informationen zur JBZ-Zukunftswerkstatt inkl. Referenzen: www.jungk-bibliothek.org/zukunftswerkstätten

Angefragt: Kooperation mit „Stiftung Mitarbeit“, Bonn.

Zu den Mitwirkenden:

Hans Holzinger ist pädagogischer Leiter der JBZ und war Begründer der MethodenAkademie, die seit 2016 mit Partnern durchgeführt wird. Er moderiert seit über 20 Jahren Zukunftswerkstätten. Von 2010-2014 lehrte er Kreative Partizipationsmethoden an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, an der FH Salzburg lehrt er als Gastreferent Partizipationsmethoden für Gruppen.

Dr. Walter Spielmann hat gemeinsam mit Robert Jungk die Bibliothek für Zukunftsfragen aufgebaut und mit ihm die ersten Zukunftswerkstätten durchgeführt. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 war er Leiter der JBZ.

Stefan Wally ist Geschäftsführer der JBZ. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Demokratieentwicklung, Politische Theorie und Methoden der Zukunftsforschung. Er lehrt u. a. an der Universität Salzburg, dem Salzburg College und an der FU Berlin im Rahmen des Studiengangs „Zukunftsforschung“

Internationale Gäste

Axel Burow lehrt, forscht und publiziert zu Fragen der Zukunftsgestaltung. Bis März 2017 arbeitete Burow als Professor an der Universität Kassel. Er ist Mitbegründer und Mitglied des Instituts für Synergie und soziale Innovationen sowie Direktor des IF-Institute for Future Design. Zukunftswerkstätten hat er u.a. im Bereich Pädagogik etabliert.

Birgit Carstensen ist Kommunikations-Psychologin und Coach. Gemeinsam mit Torger Bünemann leitet sie den Verein „Kontrast. Folgenreiche Fortbildung“. Seit vielen Jahren moderiert sie Zukunftswerkstätten.

Wiebke Claussen ist Expertin für Stadt- und Regionalforschung, ausgebildete Mediatorin und Vorstandsmitglied im Verein Zukunftswerkstätten, aktiv im Netzwerk Zukunftswerkstätten. Sie führt das Unternehmen claussen-projektberatung in Dortmund.

Anne Pinnow ist Mitglied des Konzeptwerk Neue Ökonomie und war Mitarbeiterin des Projekts „Zukunft für alle“, in dem in Zukunftswerkstätten Ideen und Szenarien zu allen Gesellschaftsbereichen für das Jahr 2048 entworfen wurden. Die Ergebnisse sind einer gleichnamigen Publikation beim oekom-Verlag erschienen.

Thomas Ködelpeter ist pädagogischer Leiter der Ökologischen Akademie Linden bei München, die in der Umweltbildung tätig ist und über viele Jahre Ausbildungen für Zukunftswerkstätten-ModeratorInnen angeboten hat.

Marion Stock ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Mediatorin. Als Referentin bei der Stiftung Mitarbeit ist sie für das „Netzwerk Bürgerbeteiligung“ verantwortlich. Gemeinsam mit Martina Handler hat sie das Methodenhandbuch „Bürgerbeteiligung in der Praxis“ (Bonn 2018) herausgegeben.

Sveinung Sundfør Sivertsen haben „fremtenkt“, gegründet. Die junge Initiative in Bergen (Norwegen) widmet sich dem Zukunftsdenken und arbeitet u.a. mit der Methode Zukunftswerkstatt.

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