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AP 52 | Europa einfach machen – einfach Europa machen

Europa einfach machen. Das war der Kernsatz der Rede der Gewinnerin des Salzburger Landespreises für Zukunftsforschung Ulrike Guérot. Jetzt liegt die Festrede der Politikwissenschaftlerin für jede und jeden nachlesbar vor. Die Europavordenkerin Guérot erhielt auf Vorschlag der Robert-Jungk-Bibliothek den Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung 2019. Die Preisverleihung fand am 13. November 2019 im ORF-Publikumsstudio Salzburg statt. Die Rede der Preisträgerin und die Laudatio durch Univ. Prof. Klaus Firlei sind in einem JBZ-Arbeitspapier dokumentiert.

Guérot rief in ihrer Rede zum Bau einer Europäischen Republik auf: „Bauen wir eine europäische Demokratie so, wie unsere nationalen Demokratien funktionieren: es gilt in Europa der allgemeine politische Gleichheitsgrundsatz für alle europäischen Bürger*innen und das Prinzip der Gewaltenteilung. Es gibt in Europa einen Markt, eine Währung und eine Demokratie, wir sind alle europäische Staatsbürger gleichen Rechts, jeder in seiner Region, jeder in seiner Heimat, und niemand verliert dabei seine Identität.“

Firlei hebt in seiner Laudatio den Utopie-Begriff Guérots hervor. Dieser sei ein ganz raffinierter und in gewisser Weise auch ganz neuer. Er stehe für den Ansatz, dass es so etwas wie notwendige Utopien gebe. Firlei: „Eine solche notwendige Utopie besteht darin, dass wir nur mehr die Wahl zwischen Utopie und Dystopie haben. Wenn wir das Neue Europa nicht realisieren, zeichnen sich als Folgen Zerfall, Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang, zerrissene Gesellschaften und letztendlich so etwas wie failed states ab. Vorbei sind leider die Zeiten, in denen sich alles quasi automatisch, mit Hilfe von Wachstum und Produktivitätsentwicklung nach oben entwickelt hat. Wir stehen heute vor derart extremen Herausforderungen, dass utopisches Denken zur Notwendigkeit wird.“

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

Übrigens: Narval und Sen

Übrigens: Im Standard schreibt Philippe Narval regelmäßig erfrischende Beiträge. Da kommt immer wieder die Erinnerung an seinen Auftritt in der JBZ-Montagsrunde in den Sinn. Wer grundsätzlich verstehen will, wie Narval über Demokratie denkt, kann das hier nachhören. Wir haben damals ein Video gemacht.

Und Amartya Sen hat vor wenigen Tagen des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Das finden wir gut. Und wer mal kompakt ein paar Thesen von Sen kennenlernen will, kann das gerne in unserer proZukunft-Datenbank tun.

Hier die kompakte Zusammenfassung der Werke „Die Idee der Gerechtigkeit“ und „Identitätsfalle“ von Sen. Dazu ist die proZukunft da: Wir liefern seit Jahren die kompakten Zusammenfassung wichtiger Werke der Zukunftsdiskussionen, um im Jungk´schen Sinne möglichst Vielen die Beteiligung an den Debatten zu ermöglichen. (stefanwally)

Übrigens: Spannender Juni nach Rekord-Mai

Übrigens sind wir als JBZ im Moment ganz zufrieden beim Arbeiten:

Das bedeutet, dass gerade in gesellschaftlich schwierigen Zeiten eine Einrichtung wie die Jungk-Bibliothek nachgefragt ist. Für uns ist das ein Ansporn Zukunftsdiskussionen zu den wichtigen Themen mit hoher fachlicher Qualität anzubieten. Und wir haben viele Gründe, mit der Welt eben nicht ganz zufrieden zu sein. Deswegen

Und wenn alles klappt, reden wir bald nicht nur digital miteinander. (stefanwally)

MR 149 |online am 6.7.2020 | Die ökologische Wende kommt wohl eher nicht. Covid-19 und die Gesellschaft der Nicht-Nachhaltigkeit

Gerade als wir glaubten, dass unsere Gesellschaft sich dem ökologischen Umbau widmet, folgt Rückschlag auf Rückschlag. Die Klimapolitik steckt fest, die SUVs brummen und unser Lebensstil gönnt sich einen immer größeren ökologischen Fußabdruck. Warum ist die Nicht-Nachhaltigkeit so beharrlich?

Ingolfur Blühdorn ist dieser Frage nachgegangen. Blühdorn ist Professor für Soziale Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sein aktuelles Buch mit dem Titel „Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit“ ist vor kurzem beim transcript-Verlag erschienen.

– 149. JBZ-Montagsrunde: „Die Ökologische Wende kommt – wohl eher nicht. Covid-19 und die Gesellschaft der Nicht-Nachhaltigkeit. Impuls: Ingolfur Blühdorn (Professor für Soziale Nachhaltigkeit, Wirtschaftsuniversität Wien). Montag, 6. Juli 2020, 19.30 Uhr. Ort des Vortrages: Homepage der JBZ (www.jungk-bibliothek.org). Anschließende Diskussion um 20.15 Uhr: Zoom-Raum 864 224 5575.

In Kooperation mit der ARGEkultur.

Anmeldungen sind hier möglich. Der Eintritt ist frei.

AP 52 | Entfremdung, Unterordnung und Abgrenzung

In Zusammenarbeit mit der Robert-Jungk-Bibliothek und dem Institut für Grundlagenforschung hat Assoz. Univ.-Prof. Wolfgang Aschauer für dieses Arbeitspapier erforscht, in welchem Ausmaß in Salzburg autoritäre Einstellungen präsent sind und welche Bedrohungswahrnehmungen und Reaktionsweisen in einzelnen gesellschaftlichen Milieus auftreten. 2019 hat er weitgehend die gleichen Fragen wie zuletzt 2017 aufgegriffen und gestellt. In einem umfangreichen Sample wurden mehr als 500 Salzburgerinnen und Salzburger befragt. 

Die Zustimmung zu autoritären Einstellungen sei in den letzten zwei Jahren weiter leicht gestiegen, so Aschauer über das zentrale Ergebnis der Befragung 2019. Dabei würden nicht nur sogenannte Modernisierungsverlierer autoritären Einstellungen anhängen, sondern es sei eine allgemeine Verhärtung des gesellschaftlichen Klimas festzustellen. Der Fahrstuhl fahre nicht mehr für alle Menschen nach oben, vielmehr sei dieser zu einer „Strickleiter“ mutiert. Die Einstellung, jeder müsse schauen, wo er bleibt, habe stark zugenommen. Die Gruppe mit einer dezidiert antiautoritären Einstellung mache gegenwärtig nur mehr neun Prozent aus, so ein Ergebnis der Befragung.

Im Jahr 2017 wurde eine längerfristige Kooperation zwischen der Robert Jungk-Bibliothek und der Abteilung Soziologie der Universität Salzburg gestartet. In repräsentativen Salzburger Erhebungen sollen in Kooperation mit dem Institut für Grundlagenforschung autoritäre Einstellungen in Stadt und Land Salzburg differenziert gemessen und analysiert werden. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle (Sommer 2017) sind bereits publiziert und liegen als Arbeitspapiers 43 der JBZ vor. Im Herbst 2019 hat nun die zweite Erhebung stattgefunden, wo vielfach deckungsgleiche Fragen gestellt und deshalb vergleichende Messungen über die Zeit möglich werden.

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

MR 148 | online am 15.6.2020 | Energiewenden. Europäische Klimapolitik im Vergleich

Sie alle wollen den gleichen Klimawandel begrenzen: die EU genauso wie ihre Mitgliedsstaaten. Die Wege dorthin unterscheiden sich jedoch beträchtlich: Photovoltaik, Windkraft an Land und EEG in Deutschland, Wasserstoff und das Verrechnen selbst erzeugten Sonnenstroms mit dem Verbrauch in den Niederlanden, weiterhin Atomstrom in Frankreich.

Der Vortrag von Achim Eberspächer warf Schlaglichter auf die  Energiewenden Deutschlands, Frankreichs, der Niederlande, Österreichs und der Europäischen Kommission. Dabei identifizierte er, was sich auf alle Fälle ändern muss, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Zuletzt skizziert er, wie erfolgreiche Klimapolitik unseren Alltag im Jahr 2050 verändern wird.

– 148. JBZ-Montagsrunde: „Energiewenden. Europäische Klimapolitik im Vergleich.“ Impuls: Achim Eberspächer (Berater europäische Energieforschungsprogramme, Den Haag). Montag, 15. Juni 2020, 19.30 Uhr.

Die Diskussion fand im Rahmen der „SALZBURG 2050 – Partnerschaft“ im Rahmen der Klima- und Energiestrategie des Landes statt.