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MR 152 | Annekathrin Kohout: `Ihr seid doch alle in der Matrix gefangen!´. Science meets Fiction. 5.10.

Im Science-Fiction-Film Matrix sind die Menschen in einer computergenerierten Traumwelt gefangen, die Wirklichkeit lässt sich nur durch die Einnahme einer roten Pille erkennen. Neurechte Gruppierungen bemühen immer öfter dieses Bild, um gegen den Status quo der liberalen Demokratie aufzutreten. Sogar die „rote Pille“, die es erlauben soll, die Realität zu erkennen, wird zitiert: Den Neuen Rechten dient sie nunmehr zur Selbstbeschreibung. Annekathrin Kohout hat die Entwicklung dieser Denkweise verfolgt und zeigt, wie Bilder der Science-Fiction und der Popkultur halfen, einen neurechten Diskurs über „Wahrheit“ zu etablieren.

Die Kulturhistorikerin und Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout arbeitet neben ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universität Siegen als freie Autorin. Sie ist Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift Pop. Kultur und Kritik, außerdem Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach.

– 152. JBZ-Montagsrunde: „`Ihr seid doch alle in der Matrix gefangen!´ Wie die neue Rechte heute über Wahrheit redet.“ Impuls: Annekathrin Kohout (Universität Siegen). Montag, 5. Oktober 2020, 19.30 Uhr. Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2, am Robert-Jungk-Platz, 5020 Salzburg .

Die Veranstaltung wird auch gestreamt im Zoom-Raum 864 224 5575. Ist die Veranstaltung vor Ort nicht zulässig, wird nur der Stream angeboten. Die Angemeldeten werden rechtzeitig informiert.

Die Montagsrunde ist Teil des Festival „Science meets Fiction“.Anmeldungen sind hier möglich. Der Eintritt ist frei.

MR 151 | 14.9.2020 | Der Abstieg des Westens

Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde vom Politikwissenschaftler Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“ propagiert. Damit meinte Fukuyama, dass sich durch den Sieg „des Westens“ Demokratie und Marktwirtschaft nun endgültig und weltweit durchsetzen würden. Drei Jahrzehnte später wirkt diese Prognose stark verfehlt und viele Autorinnen und Autoren sprechen gar von einem bevorstehenden oder gar bereits vonstattengehenden Untergang „des Westens“. Geopolitisch erwachsen der NATO neue Konkurrenten in Asien, wirtschaftlich wird die liberale Marktwirtschaft von staatlich gelenktem Kapitalismus untergraben, normativ befindet sich die Demokratie in der Krise und auch kulturell wird das bisherige Monopol des Westens in Frage gestellt. Yannick Stiller von der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Salzburg möchte mit Ihnen diese Untergangsszenarien diskutieren und auch einen Blick in die Zukunft wagen: was kommt nach „dem Westen“?

– 151. JBZ-Montagsrunde: „Der Abstieg des Westens“ Impuls: Yannick Stiller (Politikwissenschaftler, Salzburg). Montag, 14. September 2020, 19.30 Uhr. Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2, 5020 Salzburg.

Die Veranstaltung wird auch gestreamt im Zoom-Raum 864 224 5575. Ist die Veranstaltung vor Ort nicht zulässig, wird nur der Stream angeboten. Die Angemeldeten werden rechtzeitig informiert.

Anmeldungen sind hier möglich. Der Eintritt ist frei.

MR 150 | 24.8.2020 | Die gängigsten Klima-Mythen und deren politische Bedeutung

Kann Österreich als kleines Land nichts gegen die Klimakrise tun? Ist China am Klimawandel schuld? Reicht Freiwilligkeit, um das Klima zu retten oder braucht es doch einen Preis für CO2? Ist dieser dann tatsächlich unsozial? Die Debatte über den Klimaschutz wird hitzig geführt. Oft wird dabei auch mit falschen Behauptungen und Zahlen argumentiert. Wann sollte man misstrauisch werden und wie kann wirksamer Klimaschutz funktionieren?
Der Politologe Reinhard Steurer (BOKU Wien) beleuchtet in dieser Montagsrunde einige der gängigsten Mythen der Klimakrise. Er zeigt auf, warum diese in die Irre führen und dabei Klimapolitik verhindern.

– 150. JBZ-Montagsrunde: „Die gängigsten Klima-Mythen und deren politische Bedeutung.“ Impuls: Reinhard Steurer (Politikwissenschaftler, BOKU Wien). Montag, 24. August 2020, 19.30 Uhr. Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2, 5020 Salzburg.

Die Veranstaltung wird auch gestreamt im Zoom-Raum 864 224 5575.  Ist die Veranstaltung vor Ort nicht zulässig, wird nur der Stream angeboten. Die Angemeldeten werden rechtzeitig informiert.

Die Diskussion findet im Rahmen der Klimapartnerschaft „Salzburg 2050 statt.

Zum Stadtwerk kommt man mit dem O-Bus mit der Linie 2 (Haltestelle Gaswerkgasse oder Roseggerstraße), Linie 4 (Haltestelle Stadtwerk Lehen), Linie 7 (Haltestelle Strubergasse). Die S-Bahn Station Mülln ist nur fünf Gehminuten entfernt. 

Anmeldungen sind hier möglich. Der Eintritt ist frei.

AP 51 | Europa einfach machen – einfach Europa machen

Europa einfach machen. Das war der Kernsatz der Rede der Gewinnerin des Salzburger Landespreises für Zukunftsforschung Ulrike Guérot. Jetzt liegt die Festrede der Politikwissenschaftlerin für jede und jeden nachlesbar vor. Die Europavordenkerin Guérot erhielt auf Vorschlag der Robert-Jungk-Bibliothek den Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung 2019. Die Preisverleihung fand am 13. November 2019 im ORF-Publikumsstudio Salzburg statt. Die Rede der Preisträgerin und die Laudatio durch Univ. Prof. Klaus Firlei sind in einem JBZ-Arbeitspapier dokumentiert.

Guérot rief in ihrer Rede zum Bau einer Europäischen Republik auf: „Bauen wir eine europäische Demokratie so, wie unsere nationalen Demokratien funktionieren: es gilt in Europa der allgemeine politische Gleichheitsgrundsatz für alle europäischen Bürger*innen und das Prinzip der Gewaltenteilung. Es gibt in Europa einen Markt, eine Währung und eine Demokratie, wir sind alle europäische Staatsbürger gleichen Rechts, jeder in seiner Region, jeder in seiner Heimat, und niemand verliert dabei seine Identität.“

Firlei hebt in seiner Laudatio den Utopie-Begriff Guérots hervor. Dieser sei ein ganz raffinierter und in gewisser Weise auch ganz neuer. Er stehe für den Ansatz, dass es so etwas wie notwendige Utopien gebe. Firlei: „Eine solche notwendige Utopie besteht darin, dass wir nur mehr die Wahl zwischen Utopie und Dystopie haben. Wenn wir das Neue Europa nicht realisieren, zeichnen sich als Folgen Zerfall, Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang, zerrissene Gesellschaften und letztendlich so etwas wie failed states ab. Vorbei sind leider die Zeiten, in denen sich alles quasi automatisch, mit Hilfe von Wachstum und Produktivitätsentwicklung nach oben entwickelt hat. Wir stehen heute vor derart extremen Herausforderungen, dass utopisches Denken zur Notwendigkeit wird.“

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

Übrigens: Narval und Sen

Übrigens: Im Standard schreibt Philippe Narval regelmäßig erfrischende Beiträge. Da kommt immer wieder die Erinnerung an seinen Auftritt in der JBZ-Montagsrunde in den Sinn. Wer grundsätzlich verstehen will, wie Narval über Demokratie denkt, kann das hier nachhören. Wir haben damals ein Video gemacht.

Und Amartya Sen hat vor wenigen Tagen des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Das finden wir gut. Und wer mal kompakt ein paar Thesen von Sen kennenlernen will, kann das gerne in unserer proZukunft-Datenbank tun.

Hier die kompakte Zusammenfassung der Werke „Die Idee der Gerechtigkeit“ und „Identitätsfalle“ von Sen. Dazu ist die proZukunft da: Wir liefern seit Jahren die kompakten Zusammenfassung wichtiger Werke der Zukunftsdiskussionen, um im Jungk´schen Sinne möglichst Vielen die Beteiligung an den Debatten zu ermöglichen. (stefanwally)

Übrigens: Spannender Juni nach Rekord-Mai

Übrigens sind wir als JBZ im Moment ganz zufrieden beim Arbeiten:

Das bedeutet, dass gerade in gesellschaftlich schwierigen Zeiten eine Einrichtung wie die Jungk-Bibliothek nachgefragt ist. Für uns ist das ein Ansporn Zukunftsdiskussionen zu den wichtigen Themen mit hoher fachlicher Qualität anzubieten. Und wir haben viele Gründe, mit der Welt eben nicht ganz zufrieden zu sein. Deswegen

Und wenn alles klappt, reden wir bald nicht nur digital miteinander. (stefanwally)