Digitale Medien, insbesondere auf dem Smartphone installierte Apps, machen Informationen, und Neuigkeiten ständig und überall verfügbar sowie uns ständig und überall erreichbar und handlungsfähig. Diese permanente Verfügbarkeit fördert eine Betonung der Gegenwart; unsere Aufmerksamkeit wird tendenziell so sehr vom Moment beansprucht, dass Zukunft und Vergangenheit eine geringere Rolle zu spielen tendieren. Was ist von solch einem Präsentismus zu halten? Ist er dem menschlichen Leben zuträglich, gemäß dem Motto, dass man die Gegenwart genießen und sich nicht um Zukünftiges sorgen noch Vergangenem nachhängen sollte? Oder hindert er uns eher daran, eine erfüllte Gegenwart zu führen, die auf Erinnerungen und Pläne angewiesen ist? Die Philosophin Eva Weber-Guskar stellt einige philosophische Überlegungen zu Zeit und Ethik bezogen auf unsere digitalisierte Gesellschaft vor und lädt ein, über diese Fragen in der Montagsrunde gemeinsam zu diskutieren.
Eva Weber-Guskar arbeitet nach Professurvertretungen in Berlin, Wien und Zürich als Heisenberg-Professorin für Ethik und Philosophie der Emotionen zum Thema „Wie gelingt menschliches Leben in der Zeit?“ sowie zur Ethik der Digitalisierung, insbesondere der emotionalisierten Künstlichen Intelligenz an der Ruhr-Universität Bochum. Im Sommer 2019 war sie Fellow am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin, außerdem ist sie Mitglied der Digital Society Initiative der Universität Zürich.

Haben wir zu viel „Jetzt“?
Wie der digitale Präsentismus Vergangenheit und Zukunft verdrängt

Eva Weber-Guskar | Philosophin | Ruhr-Universität Bochum
JBZ Montagsrunde 220 | MO 09.09.2024 | 19.00

Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen
Robert-Jungk-Platz 1 | Strubergasse 18/2 | 5020 Salzburg

Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird auch gestreamt.
Anmeldungen sind hier möglich.
Foto: © Rigaud