„Betroffene zu Beteiligten machen“ – so lautet ein vom Zukunftsforscher Robert Jungk geprägtes Motto für demokratische Teilhabe. Gemeinsam mit Norbert Müllert hat er ein Verfahren entwickelt, das die Sichtweisen, Wünsche und Ideen möglichst vieler berücksichtigt: die Zukunftswerkstatt. Mit der Ausbildung „Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten“ bieten wir mehr Menschen die Möglichkeit, mit dieser innovativen Methode zu arbeiten. Für 2023 sind bereits alle Plätze besetzt, für weitere Informationen bitte eine E-Mail an carmen.bayer@jungk-bibliothek.org

Alle Informationen zur aktuellen Ausbildung finden Sie hier: Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten

Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) arbeitet seit gut 30 Jahren mit der Methode Zukunftswerkstatt und hat diese – basierend auf zahlreichen Erfahrungen und der Integration neuer Elemente – laufend erweitert.

Zukunftswerkstätten können vielfältig eingesetzt werden:

  • in der partizipativen Erarbeitung von gesellschaftlichen Zukunftsszenarien (etwa zur Arbeitswelt, der Digitalisierung, dem Klimaschutz),
  • in der Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen (etwa in der Entwicklung von Zukunftspfaden für die eigene Kommune oder die Umsetzung von Stadtteilprojekten),
  • im gemeinsamen Entwickeln von Zukunftsideen und Perspektiven (etwa in Unternehmen durch die Belegschaften),
  • in der Mitsprache der Betroffenen in der Ausgestaltung von Infrastrukturen und Räumen (etwa in Schulen, Jugendzentren oder Stadtteilen).

In diesem nunmehr 3. Ausbildungslehrgang sollen Menschen, die (gerne) mit Gruppen arbeiten, dazu angeleitet werden, Zukunftswerkstätten selbst durchzuführen. Der Lehrgang basiert auf der Erfahrung der JBZ in mittlerweile hundert Zukunftswerkstätten-Projekten und ist derzeit der einzige, der im deutschen Sprachraum angeboten wird.

Vermittelt werden Basics im Umgang mit Gruppen, der methodische Aufbau und Ablauf von Zukunftswerkstätten, die Anwendung von Elementen der Kreativitätsförderung sowie des gemeinsamen Entwickelns von Projektideen. Zudem werden die Rahmendbedingungen für das Gelingen von Zukunftswerkstätten reflektiert – von der Planung der Werkstatt über die Rolle der Moderation bis hin zur Dokumentation der Ergebnisse.

Der Lehrgang besteht aus zwei Modulen zu jeweils eineinhalb Tagen und inkludiert die Durchführung einer begleiteten Probe-Zukunftswerkstatt bzw. einer Übungswerkstatt in „Realsituation“ durch die Teilnehmenden.

Methodische Leitung: Mag. Hans Holzinger (JBZ), Sarah Untner (Gründerin und Inhaberin von „raumsinn. Büro für partizipative Regional- und Quartiersentwicklung“), Carmen Bayer (JBZ)
Inputs: Walter Spielmann (Vorstand JBZ), Stefan Wally (JBZ)
Inputs durch externe Expert:innen: Birgit Carstensen, BC Beratung Moderation Teamentwicklung, Dr. Axel Burow, IF-Institute for Future Design, Rita Nassen, Mod-u-S und Marion Stock, Stiftung Mitarbeit 

Gruppengröße: max.  20 Teilnehmer:innen
Kursgebühr: 250,- € inkl. Skriptum
(ermäßigt für in Ausbildung Stehende, Arbeitssuchende: 150,- €)

Termin: 10.-11. und 24.-25. Februar 2023 zwei Module

Ort: JBZ, Robert-Jungk-Platz 1 / Strubergasse 18, 5020 Salzburg

Alle Lehrgangsteilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten ein Zertifikat.
Für Getränke ist gesorgt, Mittagessen optional in nahem Restaurant

Anmeldung: www.jungk-bibliothek.org/preise-anmeldung
Mehr Informationen zur JBZ-Zukunftswerkstatt inkl. Referenzen: www.jungk-bibliothek.org/zukunftswerkstaetten

In Kooperation mit „Stiftung Mitarbeit“, Bonn

Vortragende:

Mag. Hans Holzinger ist pädagogischer Leiter der JBZ und war Begründer der MethodenAkademie, die seit 2016 mit Partnern durchgeführt wird. Er moderiert seit über 20 Jahren Zukunftswerkstätten. Von 2010-2014 lehrte er Kreative Partizipationsmethoden an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, an der FH Salzburg lehrt er als Gastreferent Partizipationsmethoden für Gruppen.

Mag.a Sarah Untner ist Gründerin und Inhaberin von „raumsinn. Büro für partizipative Regional- und Quartiersentwicklung“, Soziologin, Kommunikationswissenschafterin, Mediatorin, Expertin für Beteiligungsprozesse und Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Salzburg.

Carmen Bayer BA (Assistenz) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der JBZ und Moderatorin von Zukunftswerkstätten

Externe Gäste (vorläufig)

Dr. Walter Spielmann hat gemeinsam mit Robert Jungk die Bibliothek für Zukunftsfragen aufgebaut und mit ihm die ersten Zukunftswerkstätten durchgeführt. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 war er Leiter der JBZ.

Stefan Wally ist Geschäftsführer der JBZ. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Demokratieentwicklung, Politische Theorie und Methoden der Zukunftsforschung. Er lehrt u. a. an der Universität Salzburg, dem Salzburg College und an der FU Berlin im Rahmen des Studiengangs „Zukunftsforschung“.

Marion Stock ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Mediatorin. Als Referentin bei der Stiftung Mitarbeit ist sie für das „Netzwerk Bürgerbeteiligung“ verantwortlich. Gemeinsam mit Martina Handler hat sie das Methodenhandbuch „Bürgerbeteiligung in der Praxis“ (Bonn 2018) herausgegeben.

Birgit Carstensen, BC Beratung Moderation Teamentwicklung, begleitet und unterstützt Teams und Organisationen in Veränderungs- und Beteiligungsprozessen. Im Fokus steht dabei das ganze System sowie die Menschen darin, die Chancen, der Sinn und die Nachhaltigkeit des Vorhabens – und die handfesten nächsten Schritte. Seit vielen Jahren moderiert sie Zukunftswerkstätten.

Dr. Axel Burow lehrt, forscht und publiziert zu Fragen der Zukunftsgestaltung. Bis März 2017 arbeitete Burow als Professor an der Universität Kassel. Er ist Mitbegründer und Mitglied des Instituts für Synergie und soziale Innovationen sowie Direktor des IF-Institute for Future Design. Zukunftswerkstätten hat er u.a. im Bereich Pädagogik etabliert.