Die diesjährigen Klimabücher sind gleichermaßen analytisch wie transformativ: Die Rechtspsychologin Julia Shaw zeigt ebenso wie die beiden Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres auf, warum der gesamtgesellschaftliche wie wirtschaftliche Umstieg zu einer nachhaltigen Lebensweise nach wie vor nicht geglückt ist und stellen dabei fest, es sind nicht nur Strukturen sondern insbesondere auch Individuen in Entscheidungspositionen, welche den Wandel ausbremsen. Shaw beschäftigt sich in ihrem Buch „Green Crime“ dabei sehr umfassend mit Umweltverbrechen und identifiziert sechs wesentliche Voraussetzungen, zu welchen etwa Bequemlichkeit und die Gier der Menschen zählen. Von purem Eigennutz schreiben auch Götze und Joeres, wenn sie in „Die Milliarden-Lobby“ aufzeigen, „dass fossile Abhängigkeit kein Naturgesetz ist, sondern das Ergebnis von Entscheidungen, von Macht und Einfluss.“

Doch es gibt auch gänzlich andere Formen des Umgangs mit der Natur und diese nehmen in Fachpublikationen zunehmend mehr Raum ein: Claudia Kemfert plädiert beispielsweise im Sammelband „Unlearn CO2“ für ein Aufbrechen alter Denkmuster, um als ersten Schritt die tiefgreifenden Systemfehler unserer Produktions- und Verhaltensweisen zu erkennen, erst dann können wir realistisch über alternative Wirtschaftsmodelle nachdenken. Einen Vorschlag, womit nicht-nachhaltige Perspektiven ersetzt werden können, bieten die beiden Publikationen „Sind Flüsse Lebewesen?“ und „Die Suche nach Wasser“. Beide zählen nicht zur klassischen wissenschaftlichen Abhandlung und transportieren dennoch viel Wissen und vor allem skizzieren sie entlang von Geschichten neue Perspektiven und alternative Lebensweisen. So schreiben sie über historische wie gegenwärtige Mensch-Natur-Verhältnisse, die sich auf Augenhöhe mit ihrer Umwelt bewegen und beispielsweise Flüssen juristische Rechte zuschreiben. Neben den skizzierten Büchern bietet die neue Veröffentlichung des Club of Rome viele Fakten zur Klimakrise und Thomas Ramge stellt sich im Buch „Die Sonne dimmen“ die Frage, wie sehr uns Geoengineering als Übergangstechnologie helfen kann. Zusammenfassend zeigt sich gegenwärtig eine Gleichzeitigkeit von Veränderungsprozessen insbesondere in der subjektiven Wahrnehmung unserer Umwelt und großen Widerständen gegenüber dem tatsächlichen Umbau unserer Produktionsweisen.

Robert-Jungk-Bibliothek (Hg.): Die besten Bücher zur Klimakrise 2025. Zehn Bücher im Fokus. JBZ-Arbeitspapier 76. Salzburg 2025, 34 Seiten

Das Arbeitspapier wurde erstellt mit Unterstützung der Klima- und Energiestrategie „SALZBURG 2050“ des Landes Salzburg.

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