Die Geschichte der Stadt ist seit jeher mit dem Streben nach Besserung – und damit utopischem Denken – verknüpft. Bereits Aristoteles verortete die „Erfüllung des guten Lebens“ (Eudaimonia) in der Polis. Der Reiz des Urbanen liegt in der Vielfalt an Möglichkeiten, die die Stadt – als „Markt der Lebensmöglichkeiten“ (Siebel) – bereitstellt. Die Bedeutung von Städten geht über die räumliche und funktionale Verdichtung von Bevölkerung und Infrastruktur hinaus; sie bilden vor allem den räumlichen Rahmen für gesellschaftliche Teilhabe, Diversität und individuelle Entfaltung. Stadtutopien haben daher stets räumliche Form und Gesellschaftsentwurf verknüpft – sie sind zugleich räumliche und gesellschaftspolitische Projektionen.
Bei der Salzburger Stadtfestrede 2026 widmete sich Constanze Wolfgring diesem Thema. Constanze Wolfgring, PhD, ist Stadtplanerin und Historikerin und absolvierte einen Master in Migrationsmanagement. Sie promovierte 2024 in Urban Planning, Design, and Policy am Department für Architektur und Stadtforschung (DAStU) des Politecnico di Milano mit einer Dissertation zur Regeneration des öffentlichen Wohnbaus in Italien, wo sie derzeit als Postdoktorandin in den Projekten UAH! – Unconventional Affordable Housing und ReHousIn – Reducing Housing Inequalities tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Wohnungspolitik, Stadterneuerung, ökologischen Transition und sozialen Ungleichheiten, mit besonderem Fokus auf leistbare und innovative Wohnmodelle. Von 2018 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Wien im Rahmen der IBA_Wien 2022 („New Social Housing“). Sie ist Ko-Herausgeberin mehrerer Publikationen, darunter New Social Housing. Positions on IBA_Vienna 2022 (Jovis, 2020) sowie Unconventional Affordable Housing. Projects, Practices, Policies (2025).
Constanze Wolfgring: Stadtutopien und warum wir immer wieder neue erfinden sollten. JBZ-Arbeitspapier 80. Salzburg 2026. 32 S.
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