AP 52 | Entfremdung, Unterordnung und Abgrenzung

In Zusammenarbeit mit der Robert-Jungk-Bibliothek und dem Institut für Grundlagenforschung hat Assoz. Univ.-Prof. Wolfgang Aschauer für dieses Arbeitspapier erforscht, in welchem Ausmaß in Salzburg autoritäre Einstellungen präsent sind und welche Bedrohungswahrnehmungen und Reaktionsweisen in einzelnen gesellschaftlichen Milieus auftreten. 2019 hat er weitgehend die gleichen Fragen wie zuletzt 2017 aufgegriffen und gestellt. In einem umfangreichen Sample wurden mehr als 500 Salzburgerinnen und Salzburger befragt. 

Die Zustimmung zu autoritären Einstellungen sei in den letzten zwei Jahren weiter leicht gestiegen, so Aschauer über das zentrale Ergebnis der Befragung 2019. Dabei würden nicht nur sogenannte Modernisierungsverlierer autoritären Einstellungen anhängen, sondern es sei eine allgemeine Verhärtung des gesellschaftlichen Klimas festzustellen. Der Fahrstuhl fahre nicht mehr für alle Menschen nach oben, vielmehr sei dieser zu einer „Strickleiter“ mutiert. Die Einstellung, jeder müsse schauen, wo er bleibt, habe stark zugenommen. Die Gruppe mit einer dezidiert antiautoritären Einstellung mache gegenwärtig nur mehr neun Prozent aus, so ein Ergebnis der Befragung.

Im Jahr 2017 wurde eine längerfristige Kooperation zwischen der Robert Jungk-Bibliothek und der Abteilung Soziologie der Universität Salzburg gestartet. In repräsentativen Salzburger Erhebungen sollen in Kooperation mit dem Institut für Grundlagenforschung autoritäre Einstellungen in Stadt und Land Salzburg differenziert gemessen und analysiert werden. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle (Sommer 2017) sind bereits publiziert und liegen als Arbeitspapiers 43 der JBZ vor. Im Herbst 2019 hat nun die zweite Erhebung stattgefunden, wo vielfach deckungsgleiche Fragen gestellt und deshalb vergleichende Messungen über die Zeit möglich werden.

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

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