Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten | Moderationsausbildung 2021

„Betroffene zu Beteiligten machen“ – so lautet ein vom Zukunftsforscher Robert Jungk geprägtes Motto für demokratische Teilhabe. Gemeinsam mit Norbert Müllert hat er ein Verfahren entwickelt, das die Sichtweisen, Wünsche und Ideen möglichst vieler berücksichtigt: die Zukunftswerkstatt. Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) arbeitet seit gut 30 Jahren mit der Methode Zukunftswerkstatt und hat diese – basierend auf zahlreichen Erfahrungen und der Integration neuer Elemente – laufend erweitert.

Nun laden wir herzlich zur mittlerweile zweiten Ausbildung zur Moderation von Zukunftswerkstätten ein – derzeit die einzige im deutschen Sprachraum.

5./6. und 19./20. März 2021 | Ort: JBZ, Robert-Jungk-Platz / Strubergasse 18, 5020 Salzburg. Anmeldung

WAS SIND ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN?

Zukunftswerkstätten sind ein Instrument bzw. Verfahren, mit dem Probleme und Herausforderungen identifiziert und Zukunftslösungen entwickelt werden. Zukunftswerkstätten können vielfältig eingesetzt werden:

  • in der partizipativen Erarbeitung von gesellschaftlichen Zukunftsszenarien (etwa zur Arbeitswelt, der Digitalisierung, dem Klimaschutz),
  • in der Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen (etwa in der Entwicklung von Zukunftspfaden für die eigene Kommune oder die Umsetzung von Stadtteilprojekten),
  • im gemeinsamen Entwickeln von Zukunftsideen und Perspektiven (etwa in Unternehmen durch die Belegschaften),
  • in der Mitsprache der Betroffenen in der Ausgestaltung von Infrastrukturen und Räumen (etwa in Schulen, Jugendzentren oder Stadtteilen).

WAS BIETET DIE MODERATIONSAUSBILDUNG?

In diesem nunmehr 2. Ausbildungslehrgang – der erste fand 2013 statt – sollen Menschen, die (gerne) mit Gruppen arbeiten, dazu angeleitet werden, Zukunftswerkstätten selbst durchzuführen. Die Ausbildung basiert auf der Erfahrung der JBZ in mittlerweile über hundert Zukunftswerkstätten-Projekten und ist derzeit die einzige, die im deutschen Sprachraum angeboten wird.

Vermittelt werden Basics im Umgang mit Gruppen, der methodische Aufbau und Ablauf von Zukunftswerkstätten, die Anwendung von Elementen der Kreativitätsförderung sowie des gemeinsamen Entwickelns von Projektideen. Zudem werden die Rahmendbedingungen für das Gelingen von Zukunftswerkstätten reflektiert – von der Planung der Werkstatt über die Rolle der Moderation bis hin zur Dokumentation der Ergebnisse.

Der Lehrgang besteht aus zwei Modulen zu jeweils eineinhalb Tagen und inkludiert die Durchführung einer begleiteten Probe-Zukunftswerkstatt sowie einer Übungswerkstatt in „Realsituation“ durch die Teilnehmenden.

ORGANISATORISCHES

Ausbildungsleitung: Hans Holzinger, JBZ
Inputs: Walter Spielmann, Stefan Wally, JBZ
Internationale Gäste: Axel Burow, Birgit Carstensen, Wiebke Claussen, Thomas Ködelpeter, Anne Pinnow, Ilona Schmuck (Deutschland), Vennlig Hilsen, Sveinung Sundfør Sivertsen (Norwegen).

Gruppengröße: max.  15 Teilnehmer*innen
Kursgebühr: 250,- € inkl. Skriptum
(ermäßigt für in Ausbildung Stehende, Arbeitssuchende: 150,- €)

Alle Lehrgangsteilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten ein Zertifikat.
Für Getränke ist gesorgt, Mittagessen optional in nahem Restaurant.
Günstige Übernachtungsmöglichkeiten: Hostels in Salzburg

Anmeldung: www.jungk-bibliothek.org/preise-anmeldung
Mehr Informationen zur JBZ-Zukunftswerkstatt inkl. Referenzen: www.jungk-bibliothek.org/zukunftswerkstätten

In Kooperation mit „Stiftung Mitarbeit“, Bonn.

AUSBILDUNGSPORGRAMM

Fr. 5. März 2021

16.00 – 20.00 Uhr
Ankommen und Einführung in den Kurs (Hans Holzinger)
Robert Jungk und seine Bibliothek für Zukunftsfragen (Stefan Wally)
Robert Jungk und die Geschichte der Zukunftswerkstätten (Walter Spielmann)
Zukunftswerkstätten vorgestellt an Beispielen, Vergleich mit anderen Methoden wie Open Space, World Café, Dynamic Facilitation (Hans Holzinger)
Warum Partizipation? Diskussion von Texten in Kleingruppen.
Ausklang an der Bar

Sa. 6. März 2021

9.00 – 12.30 Uhr
Arbeit mit Gruppen | Methoden des Ankommens | Ablauf von Zukunftswerkstätten in drei Phasen | Methode des Brainstormings | Ideengenerator und Ideenschmiede | Prioritätenkatalog und Aktionsplan | Ergänzende Methoden: Rollenspiel, Pro Action Café, Storytelling | Rahmenbedingungen und Auftraggeber

14.00 – 17.00 Uhr
Durchführung einer Probewerkstatt zu einem ausgewählten Thema
Reflexion der Werkstatt

17.00 – 18.00 Uhr
Zukunftswerkstatt International: Gespräch mit Axel Burow (Kassel), Birgit Carstensen (Hamburg), Wiebke Clausen (Dortmund), Thomas Ködelpeter (München), Ilona Schmuck (Dachau), Anne Pinnow (Leipzig), Vennlig Hilsen, Sveinung Sundfør Sivertsen (Bergen, Norwegen).

Fr. 19. März 2021

16.00 – 20.00 Uhr
Input: Marion Stock (Stiftung Mitarbeit): Qualitätsanforderungen im Bereich Bürgerbeteiligung
Verfassen eines Drehbuchs für die Übungswerkstatt in zwei Gruppen

Sa. 20. März 2021

9.00 – 12.30
Durchführung der Übungswerkstätten in zwei Untergruppen

14.00 – 18.00
Dokumentation und Reflexion der Übungswerkstätten
Resümee, Zertifikatüberreichung, Ausklang an der Bar

MITWIRKENDE

Ausbildungsleitung

Mag. Hans Holzinger ist pädagogischer Leiter der JBZ und war Begründer der MethodenAkademie, die seit 2016 mit Partnern durchgeführt wird. Er moderiert seit über 20 Jahren Zukunftswerkstätten. Von 2010-2014 lehrte er Kreative Partizipationsmethoden an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, an der Fachhochschule Salzburg gibt er als Gastreferent Einführungen zu Zukunftswerkstätten und anderen Partizipationsmethoden für Gruppen.

Mitwirkende

Dr. Walter Spielmann hat gemeinsam mit Robert Jungk die Bibliothek für Zukunftsfragen aufgebaut und mit ihm die ersten Zukunftswerkstätten durchgeführt. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 war er Leiter der JBZ.

Mag. Stefan Wally ist Geschäftsführer der JBZ. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Demokratieentwicklung, Politische Theorie und Methoden der Zukunftsforschung. Er lehrt u. a. an der Universität Salzburg, dem Salzburg College und an der FU Berlin im Rahmen des Studiengangs „Zukunftsforschung“

Internationale Gäste

Dr. Axel Burow lehrt, forscht und publiziert zu Fragen der Zukunftsgestaltung. Bis März 2017 arbeitete Burow als Professor an der Universität Kassel. Er ist Mitbegründer und Mitglied des Instituts für Synergie und soziale Innovationen sowie Direktor des IF-Institute for Future Design. Zukunftswerkstätten hat er u.a. im Bereich Pädagogik etabliert.

Birgit Carstensen ist Kommunikations-Psychologin und Coach. gemeinsam mit Torger Bünemann leitet sie den Verein „Kontrast. Folgenreiche Fortbildung“. Seit vielen Jahren moderiert sie Zukunftswerkstätten.

Wiebke Claussen ist Expertin für Stadt- und Regionalforschung, ausgebildete Mediatorin und Vorstandsmitglied im Verein Zukunftswerkstätten, aktiv im Netzwerk Zukunftswerkstätten. Sie führt das Unternehmen claussen-projektberatung in Dortmund.

Thomas Ködelpeter ist pädagogischer Leiter der Ökologischen Akademie Linden bei München, die in der Umweltbildung tätig ist und über viele Jahre Ausbildungen für Zukunftswerkstätten-ModeratorInnen angeboten hat.

Anne Pinnow ist Mitglied des Konzeptwerk „Neue Ökonomie“ in Leipzig und war Mitglied des Projektteams „Zukunft für alle. Eine Vision für 2048“. In zwölf Zukunftswerkstätten wurden hier Perspektiven zu 15 Gesellschaftsbereichen von Globaler Gerechtigkeit und Demokratie über Arbeit und Technik bis hin zu Bildung und Finanzen entworfen.

Ilona Schmuck ist Inhaberin von KONSENS Kommunikationsservice – Agentur für ganzheitliche Kommunikation. Sie hat bei Norbert Müllert die Ausbildung zur Zukunftswerkstätten-Moderatorin absolviert und arbeitet immer wieder mit der Methode. Sie ist Mitglied des Netzwerk Zukunftswerkstätten.

Marion Stock ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Mediatorin. Als Referentin bei der Stiftung Mitarbeit ist sie für das „Netzwerk Bürgerbeteiligung“ verantwortlich. Gemeinsam mit Martina Handler hat sie das Methodenhandbuch „Bürgerbeteiligung in der Praxis“ (Bonn 2018) herausgegeben.

Vennlig Hilsen, Sveinung Sundfør Sivertsen haben „fremtenkt“, gegründet. Die junge Initiative in Bergen (Norwegen) widmet sich dem Zukunftsdenken und arbeitet u.a. mit der Methode Zukunftswerkstatt.

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