AP 33 / Wie autoritär denkt Salzburg?

Für klare Mehrheit sind „Fremde“ kein Hindernis für gute Entwicklung

Arbeitspapier der JBZ zu autoritären Einstellungen bei Salzburger Jugendlichen

Wenn es um Grundwerte geht, stehen in etwa drei von vier jungen Salzburgerinnen und Salzburger gegen Gewalt und das Recht des Stärkeren auf. Auch noch eine Mehrheit meint, dass Fremde unserem Wohlstand nicht im Weg stehen und es keine „muslimische Bedrohung“  in Salzburg gebe. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer neuen Studie, die heute in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen vorgelegt wurde. Der Politikwissenschaftler Att Lanz hatte sie unter dem Titel „Wie autoritär denkt Salzburg?“ für die Reihe der Arbeitspapiere der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen erstellt.

34 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger zwischen 14 und 29 Jahren meinen, dass es „mit unserem Land erst wieder bergauf geht, wenn die fremden Elemente draußen sind“. Aber 61 Prozent glauben das nicht. Ähnlich gewichtet ist auch die Meinung, ob „die hohe Anzahl der Muslime eine Bedrohung“ für uns darstellte. 40 Prozent stimmten sehr oder eher zu, 56 Prozent lehnten diese Aussage ab.

Grundlegender Fragen zur Solidarität und zur Gewalt erbrachten hingegen deutlichere Ergebnisse. Bei diesen allgemeinen Fragen zum Umgang miteinander finden Gewalt wund das Recht des Stärkeren wenige Unterstützer. 16 Prozent meinen, das „Starke soll siegen, das Schwache untergehen“, 72 Prozent lehnen dies ab. 15 Prozent meinen „Gewalt ist anzuwenden, wenn andere Mittel nichts bringen“, 82 Prozent lehnen das ab. Nur 9 Prozent glauben nicht, dass „alle Menschen gleichwertig“ seien, 90 Prozent der jungen Salzburgerinnen und Salzburger stimmen zu. Auch dass der Staat die Schwachen schützen solle, lehnen nur 20 Prozent ab, 76 Prozent befürworten dies.

Der historische Rechtsextremismus bezog sich stark darauf, dass Österreich Teil der deutschen Nation sei. Das meinen heute immerhin 22% der Jungen in Salzburg. 71% lehnen diese Idee ab.

Wiederholt werden die Daten mit einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 1992 verglichen. Die damalige Jugendstudie des Instituts Dr. Brunmayr wurde damals im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst und des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie durchgeführt. Befragt wurden damals 3.038 Schüler und Lehrlinge im gesamten österreichischen Bundesgebiet in einer Stichprobe auf Basis aller Schulklassen ab der 9. Schulstufe. Interessant zu beobachten war, dass es kaum Verschiebungen bei den Ergebnissen gab.

Die Daten zur aktuellen Einstellung in Salzburg liefert eine Befragung des IGF. Im Bundesland Salzburg wurden 400 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren im Rahmen einer repräsentativen telefonischen Mehrthemenumfrage befragt. Für die Umfrage wurde eine geschichtete Zufallsstichproben zu Rate gezogen. Die telefonische Befragung fand von 20.10.2014 bis 31.10.2014 statt. Die Studie ist hier zu lesen.

 

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