ZB 58 | Franz Josef Radermacher: Energie.Klima.Zukunft – Sind wir noch zu retten? | 11.5.

Franz Josef Radermacher ist Mathematiker und rechnet vor, dass die mit dem Pariser Klimaschutzabkommen von den Staaten zugesagten Reduktionsziele für Treibhausgase nicht reichen, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. An die 500 Milliarden Tonnen CO2 sollen demnach bis zum Jahr 2050 eingespart werden, weitere 500 Mrd. Tonnen seien jedoch nötig, um die „Paris-Lücke“ zu schließen. Diese Einsparungen sollen, so der Vorschlag Radermachers in seinem Buch „Der Milliardenjoker“, freiwillig von den VerbraucherInnen, vornehmlich aber von den Unternehmen der reichen Länder als Hauptverursacher des Klimawandels durch die Unterstützung auf großflächigen Aufforstungssmaßnahmen in den Ländern des Südens erbracht werden. Wir diskutieren mit Franz Josef Radermacher über Strategien wirksamen Klimaschutzes und deren Verbindung mit entwicklungspolitischen Anliegen. Mo. 11. Mai 2020 | 19.00 Uhr | Freier Eintritt, Robert-Jungk-Bibliothek, Robert-Jungk-Platz, Struberg. 18, 5020 Salzburg. Anmeldung

Klimaschutz sei im eigenem Interesse der wohlhabenden Länder, so Radermacher: „Die ‚Top Emitters‘ profitieren ökonomisch am meisten davon, wenn eine Klimakatastrophe vermieden wird. Es geht für sie um die Absicherung ihres Lebensstils und ihrer Eigentumstitel.“

Neben Effizienzsteigerungen und dem Umstieg auf erneuerbare Energieträger durch eine Verteuerung der CO2-Emissionen setzt Radermacher insbesondere auf die sogenannte „biologische Sequestrierung“, also die Kompensation von Treibhausgasen durch großflächige Aufforstungsprojekte und massiven Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen, vor allem in den Ländern des Südens. In der „Allianz für Entwicklung und Klima“, die Radermacher für das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konzipiert hat, sind Unternehmen, Verbände, Behörden, ProjektentwicklerInnen und Kompensationsanbieter zusammengeschlossen, um mit Ausgleichsmaßnahmen den Klimaschutz voranzubringen. Ein weiteres Erfordernis ist der Einsatz synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe im Bereich der Energiesysteme, vor allem auf der Basis von grünem Wasserstoff.

Franz Josef Radermacher ist Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n Ulm), Universitätslehrender, Präsident des Senats der Wirtschaft Bonn, Mitglied des Club of Rome u.a. 2005 erhielt er auf Vorschlag der JBZ den Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung. 2019 erhielt das FAW/n, zusammen mit dem Universitäts.club/Wissenschaftsverein Kärnten an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, den Anerkennungspries der Österreich-Deutschland Gesellschaft zum Thema Wissenschaft.

Diese Veranstaltung wird gefördert von

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