Das war SCIENCE MEETS FICTION 2020

Zwei Wochen fragte man sich in Salzburg, ob das wirklich alles real sein kann –  es ging nicht um die Covid-19-Pandemie, sondern um SCIENCE MEETS FICTION. Vom 28. September bis zum 10. Oktober fand das Festival in Salzburg zum dritten Mal erfolgreich statt und bot vielfältige Möglichkeiten das Thema Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu betrachten. Hunderte Besucherinnen und Besucher nützten die Gelegenheit, um im Rahmen von Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops ins Gespräch zu kommen. Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) organisierte gemeinsam mit der FH Salzburg das von der Wissensstadt Salzburg in Auftrag gegebene Festival und war selbst mit einer Veranstaltung dabei. Das diesjährige Motto lautete „Are you real?“, im Mittelpunkt stand also die Frage nach Fake, Fiktion und Wirklichkeit.

„Die Stadt hat sich die Weiterentwicklung Salzburg als Wissensstandort zur kommunalen Aufgabe gemacht. Mit dem Festival Science meets Fiction gehen wir genau diesen Weg: Die Vielzahl an Wissens- und Kultureinrichtungen ist seit jeher eine Stärke Salzburgs. Mit der Vernetzung der Einrichtungen in Verbindung mit der Auseinandersetzung mit Zukunftsentwürfen bringen wir diese Standortstärke auf ein neues Level“, hielt Bürgermeister Harald Preuner zu Beginn des Festivals fest. „Entwicklungen, wie künstliche Intelligenz, Fake News und Virtual Reality, sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern längst in unserem Alltag präsent. Verschiedene Events im Rahmen des Festivals setzen sich mit real gewordenen oder visionären Zukunftskonzepten auseinander. Dabei sind alle Salzburgerinnen und Salzburger eingeladen, mitzumachen und mitzureden. Science meets Fiction verknüpft künstlerische Beiträge mit Wissenschaft und Forschung aus Salzburger Einrichtungen – das macht dieses Festival österreichweit so besonders.“ Auch Gemeinderätin Susanne Dittrich-Allerstorfer betonte die Einzigartig des Festivals in Österreich und sprach ihren Dank für die Umsetzung aus.

Innerhalb von zwei Wochen gab es ein spannendes Programm: Die Journalistin Ingrid Brodnig eröffnete gemeinsam mit dem Schriftsteller Michal Hvorecký die Eröffnungsveranstaltung im Literaturhaus Salzburg. Im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO wurden die Filme „Metropolis“ und „Solaris“ gezeigt – je mit einer wissenschaftlichen Einführung davor. Außerdem feierte der Dokumentarfilm „Robolove“ seine Österreichpremiere, die Regisseurin Maria Arlamovsky diskutiere nach dem Screening mit dem Publikum. In der AK Salzburg sprach Josef Schinwald, Senior Lecturer im Studiengang MultiMediaArt der FH Salzburg, mit dem Referenten Tobias Hinterseer über Künstliche Intelligenz und Arbeit. Das Haus der Natur lud die Künstlerin Erika Mondria ein, um Basisfunktionen von Gehirn-Computer-Interaktionen bzw. Brain Computer Interfaces zu erklären sowie unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Kunst, Forschung und Medizin anschaulich darzulegen. Auch wurden im Rahmen des Festivals zwei exklusiven Sonderführungen organisiert, um im Kontext der Ausstellung „Das Gehirn“ die Möglichkeiten und aktuellen Grenzen der menschlichen Sinneswahrnehmung sowie der Künstlichen Intelligenz zu erforschen. Das Künstlerkollektiv gold extra veranstaltete einen Game Talk: Der Computerspielexperte, Medizinethiker und Kulturhistoriker Arno Görgen sprach mit der künstlerischen Forscherin und Medienkünstlerin Sonja Prlić über die Wechselwirkungen zwischen Realität und Spiel von Horror-Games bis zum politischen Dokumentarspiel. Und bei uns in der Robert-Jungk-Bibliothek war die Kulturhistorikerin und Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout zu einer ausgebuchten Sci-Fi-Montagsrunde zu Gast. Wie üblich gab es nach dem Impulsvortrag noch Gelegenheit für Fragen.

Elmar Schüll (FH Salzburg), maßgeblich für die Konzeption des Festivals verantwortlich, fasst zusammen: „Mit unserem Festivalthema ‚Are you real?‘ haben wir in diesem Jahr die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen adressiert, die unsere Suche nach Wahrheit, Echtheit und Authentizität auf die Probe stellen. Die Frage, was stimmt, was nicht stimmt und wie man das eine von dem anderen unterscheiden kann, ist natürlich nicht neu. Unsere Vorstellungen von echt und künstlich, von wahr und falsch werden aber durch Fake-News und Troll-Fabriken, Social-Media-Blasen oder die neuen Möglichkeiten der KI-gestützten Bild- und Textproduktion auf bisher unbekannte Weise herausgefordert. Wir haben in diesem Jahr solche Science-Fiction Beiträge gezeigt, die diese Entwicklungen aufgegriffen und in spannende Erzählungen verpackt haben.“

Katharina Kiening (Robert-Jungk-Bibliothek) übernahm wieder die Festivalkoordination und zeigt sich erfreut über die positiven Rückmeldungen: „Es macht wahnsinnig viel Spaß mit begeisterten Kooperationspartnerinnen und -partnern zusammenarbeiten, und dann zu erleben, wie die Ideen mit ebenso großem Enthusiasmus von den Gästen angenommen werden. Vielen Dank an alle, die dabei waren, an alle, die zu einem gelungenen Festival beigetragen haben.“

Zum Foto: Die Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig und der Autor Michal Hvorecký eröffneten am 28. September das diesjährige Science meets Fiction Festival. © Stadt Salzburg/A. Killer

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