Ideen für die Erwachsenenbildung in Salzburg I

Zukunftswerkstatt über Erwachsenenbildung am 5. April 2014 in Seekirchen

Zukunftswerkstatt über Erwachsenenbildung am 5. April 2014 in Seekirchen

Fünfzehn Teilnehmer_innen führten unter der Anleitung von Hans Holzinger und Luisa Grabenschweiger am 5. April 2014 im Stadtamt Seekirchen eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Erwachsenenbildung – Ideen für Salzburg und für unsere Region“ durch. Die Zukunftswerkstatt war Teil des JBZ-Projekts „Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg“. Mehr: http://projekterwachsenenbildung.wordpress.com

Einer Bestandsaufnahme („Was wir schätzen“, „Was Probleme macht“) folgte eine Ideensammlung zu folgenden aus den erfassten Problemen destillierten Zukunftsthemen: Nachhaltige Finanzierung, Ausbau politischer und ethischer Bildung, Vernetzung in der Region, Innovative Bildungsangebote für den ländlichen Raum, Offenheit für neue Technologien in der Bildungsvermittlung sowie Gewinnen der lokalen Medien und des ORF für die Anliegen der Erwachsenenbildung.

Über vierzig Ideen wurden entwickelt

Insgesamt wurden von den Teilnehmenden, die sich aus Mitarbeiter_innen in Erwachsenenbildungseinrichtungen und Nutzer_innen zusammensetzten, über 40 Vorschläge benannt, die zu einer qualitätsvollen Erwachsenenbildung in Salzburg sowie in der Region beitragen sollen. Sechs der Vorschläge konnten in der abschließenden „Ideenschmiede“ vertiefend ausgearbeitet werden. Im Hinblick auf eine nachhaltige Finanzierung wurde eine Initiative „1 Prozent des Landeshaushalts für Erwachsenenbildung“ vorgeschlagen, die gemeinsam mit einem transparenten Bürgerbudget umgesetzt werden soll. Zur Stärkung der Erwachsenenbildung soll eine landesweite Plattform aller Einrichtungen sichergestellt werden. Als Motto dafür wurde vorgeschlagen: „Wir sind Bildung“.

Um mehr Menschen insbesondere im ländlichen Raum anzusprechen, soll – so eine weitere Idee – eine Initiative „Wissen auf Rädern“ entwickelt werden, über die mobile Bildungsangebote („Roadshow“) in die Gemeinden kommen. Verbunden könnte dies werden mit einem „Jahr der Bildung“, das für 2016 vorgeschlagen wurde. In sogenannten „Webinaren“, also via Internet durchgeführten Seminaren, könnten Menschen kostengünstig mit Bildungsangeboten erreicht werden. Vorgeschlagen wurden etwa Elternkurse via Internet.

Bildungspat_innen sollen jüngere Menschen unterstützen, die für sie geeigneten Bildungsangebote zu finden und diese für die Bedeutung von Bildung zu sensibilisieren. Schließlich wurde ein Plan dafür entwickelt, wie der ORF gewonnen werden soll, Infosendungen über Bildungsangebote auszustrahlen. Vorgeschlagen wird ein „Bildungschecker“ analog dem „Pistenchecker“. Zudem soll wie derzeit vor der Wettersendung in Salzburg heute „Kochen in Salzburg“, „Gesund in Salzburg“, usw. gezeigt wird, auch „Bildung in Salzburg“ mit jeweils einem konkreten Vorschlag zur Weiterbildung gebracht werden.

Weiterarbeiten an konkreten Themen

Doch auch die übrigen Ideen, etwa gemeinsame Bildungskalender in den Regionen, neue Orte für Veranstaltungen wie Gaststätten und Kaffeehäuser oder die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Gruppen gehen nicht verloren. Die Ergebnisse fließen ein in einen Zustands- und Optionenbericht „Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg“, der von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen im Auftrag der für Erwachsenenbildung zuständigen Landesrätin, Mag.a Martina Berthold, erstellt wird. Die vorliegende Dokumentation wird – so der Wunsch der Teilnehmer_innen – auch allen Bürgermeister_innen von Salzburgs Gemeinden übermittelt, um damit die Aufmerksamkeit der Gemeinden für Erwachsenenbildung (weiter) zu erhöhen. Diese Dokumentation dient nicht zuletzt den Teilnehmer_innen als Ansporn, gemeinsam entwickelte Ideen auch selbst voranzutreiben.

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Bildungsträger und Nutzer_innen waren vertreten

Die Mehrzahl der Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt ist selbst in der Erwachsenenbildung aktiv. Vertreten waren das Salzburger Bildungswerk Lamprechtshausen (Helmut Altenberger), jenes von Neumarkt (Ingrid Weydemann) sowie die Zentrale (GF Günther Signitzer), weiters das Katholische Bildungswerk Seekirchen (Monika Kronberger), die Volkshochschule Seekirchen (Brigitte Sattlegger) sowie die Öffentlichen Bibliotheken von Seekirchen (Leopold Ramminger), Hallwang (Ilse Gstöttner) und Köstendorf (Franziska Dürr). Vertreten waren auch die Frauen:Fachakademie Schloss Mondsee (Brigitte Maria Gruber) und das Lungauer Bildungszentrum (Leonhard Gruber). Zudem haben mit Werner Windhager und Eva Moser auch zwei Senior-Unternehmer aus Seekirchen sowie Renate Schaber vom Tauschkreis WIR GEMEINSAM Seekirchen als Vertreterin der Zivilgesellschaft teilgenommen. David Röthler und Anita Pleschko-Röthler haben als Projektentwickler schließlich ihre Expertise im Bereich Neue Medien eingebracht.

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