Johannes Schmidl über Energie und Utopie

P1040170Mit interessanten Details wartete der Energieexperte Johannes Schmidl bei der Präsentation seines Buches „Energie und Utopie“ am 12. März 2015 in der Reihe „JBZ-Zukunftsbuch“ auf. So wurde bereits in frühen Utopien, etwa bei Thomas Morus, die Rationierung und Gleichverteilung von Ressourcen angesichts begrenzter Kapazitäten angedacht. Bereits im frühen 19.Jahrhundert taucht in einer Utopie die Möglichkeit von Pumpspeicherkraftwerken auf. Andererseits hat, so Schmidl, die „Utopie“ der Atomenergie den frühen Weg in eine Solarwirtschaft verhindert, etwa in Indien, dass  nach der Unabhängigkeit von Großbritannien zunächst groß in die Solarforschung einsteigen wollte, dann in der Hoffnung auf „billige Atomenergie“ jedoch ebenfalls auf den Nuklearpfad umschwenkte. Die fernere Zukunft wird der Solarenergie gehören, auch wenn ihr weltweiter Anteil derzeit noch verschwindend gering ist, so Schmidl. Der Zukunft werde wohl eine Verbindung neuer Technologien (im Sinne des „Baconschen Utopiestranges“) mit einem ressourcenschonenden Lebens- und Wirtschaftsstil (im Sinne der Utopie von Thomas Morus) gehören. Darin waren sich auch die engagierten und durchwegs fachkundigen Teilnehmerinnen der Buchpräsentation einig. Hans Holzinger lobte das Buch in seiner Einführung als „spannende Enzyklopädie, in der zahlreiche Befunde über Utopiestränge in der Geschichte sowie Ansätze der Energieversorgung nachzulesen sind“.

Buchtipp: Johannes Schmidl: Energie und Utopie. Wien, Sonderzahl, 2014. 400 Seiten. Preis: € 25,-

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