Wie räumliche Daten unser Leben beeinflussen

Dr. Thomas Blaschke, Universitätsprofessor am Interfaktultären Fachbereich Geoinformatik an der Universität Salzburg stimulierte bei der 94. Montagsrunde am 20.3. eine interessante Diskussion zu digitaler Geographischer Information und ihrem Einfluss auf die Gesellschaft.
Beleuchtet wurden bei dieser sehr interessanten Montagsrunde die technologischen Entwicklungen, aber auch gesellschaftliche und soziale Implikationen bis hin zur Frage der Privatsphäre jedes Einzelnen. Das Thema betrifft uns alle, da es zur Durchdringung von Lebensbereichen kommt, Datenschutz ist natürlich ein großes Thema und auch die Frage ob der Mehrwert für den Nutzer wirklich so eindeutig erscheint.

Geoinformation bietet Lösungen für raumbezogene Probleme und neue Perspektiven um Entscheidungsprozesse zu optimieren. Die Anwendungsfelder sind unbegrenzt. Vor allem bietet Geoinformation Lösungen für gesellschaftliche und politische Herausforderungen, wie z.B. für das Katastrophen- und Sicherheitsmanagement, oder das Energie- und Umweltmanagement. Doch auch im Alltag finden räumliche Daten Anwendung. Das Smartphone liefert laufend Daten über den Aufenthaltsort des Besitzers, seine Ziele, Absichten und Pläne. Smartphone-User generieren  Daten, ob freiwillig oder unfreiwillig. Smartphones, Navigationsgeräte und Computer sind bei weitem nicht mehr die einzigen  Geräte mit Verbindung ins Netz. So gibt es bereits Kontaktlinsen mit implementierten GPS für Eyetracking, Autos werden ab 2018 nur mehr mit SIM Card zugelassen, die bei einem Unfall selbstständig den Notruf absetzt und die Position bekannt gibt. Auch findet man Smart Grid in Küche und Badezimmer: Kühlschränke, Kaffeemaschinen und sogar Zahnbürsten mit Netzverbindung. Auch Autoreifen melden an den Hersteller wenn diese abgenutzt sind. Der Hersteller steuert seine just‐in‐time Produktion entsprechend der unmittelbar anstehenden Nachfrage, sendet Hinweis und Werbung an den Kunden.

Die Bedeutung und der Einfluss von Geoinformation steigt, viele Geschäftsmodelle wären gar nicht mehr möglich (Stichwort Carsharing, Airbnb, Lieferdienste). Digitale Kenntnisse werden immer notwendiger und ein Digital Divide mit gesellschaftlichen Auswirkungen kann die Folge sein.

Nachbericht am Z_GIS Blog

Die nächste Montagsrunde findet am 24. April um 19:30 Uhr statt. Den Impuls gibt uns Mag. Dr. Tamara Ehs, Politikwissenschaftlerin der Universität Wien zum Thema: „Aufbruch zur Demokratie. Konkrete Utopien einer demokratischen Gesellschaft“.

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