Multilateralismus und zivilgesellschaftliches Engagement als Zukunftswege für eine friedliche Welt | Tagung ZUKUNFT:INTERNATIONAL

Atomwaffen sind der Heißkalt der Weltpolitik. Einerseits wird mit nuklearer Rüstung gewetteifert und andererseits hat die Welt einen Atomwaffenverbotsvertrag. Welche Konzeptionen von Frieden und Sicherheit gibt es mit und ohne Atomwaffen? Sowohl Barack Obama, die EU, die Atomenergiebehörde und die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons ICAN wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Was leisten sie für Abrüstung und Frieden und wie können wir – im Sinne von Robert Jungk – „Betroffene zu Beteiligten“ machen und Beiträge zur Völkerverständigung leisten? Diese Fragen waren Thema von Workshop 1 der Tagung ZUKUNFT:INTERNATIONAL.

Nadja Schmidt, Obfrau und Gründungsmitglied von ICAN, schilderte zunächst die Arbeit ihrer NGO. ICAN hat wesentlich dazu beigetragen, dass im Juli 2017 der UN-Vertrag über das allegmeine Verbot von Atomwaffen verabschiedet wurde. Nun setzt sich die Gruppe für die Unterzeichnung, Ratifikation und Anerkennung dieses Vertrages als Instrument zur Ächtung und Abschaffung von Nuklearwaffen durch alle Staaten ein. Denn keiner der Atomwaffen besitzenden Mächte hat den Vertrag bisher unterschrieben.

Thomas Roithner, Friedensforscher und Privatdozent an der Universität Wien, betonte die Wichtigkeit und Notwendigkeit multilateraler Beziehungen in einer komplexen Welt, die derzeit von Fragmentierungsprozessen und Renationalisierungsbestrebungen geprägt sei. Zudem unterstrich er die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Gruppen, die sich gegen Militarisierung und Rüstungsgeschäfte stellen. Er plädierte auch für die Forcierung ziviler Friedensfachdienste, die er als Robert-Jungk-Stipendiat 2017 in dem JBZ-Arbeitspapier „Europa Macht Frieden“ beschrieben hat.

Thesen aus dem Workshop

Folgende Thesen wurde in dem von Hans Peter Graß, Geschäftsführer des Friedensbüros Salzburg, moderierten Workshops erarbeitet:

  • Multilateralismus ist der beste Weg zu guten Lösungen. Wir müssen daran festhalten und glauben.
  • Krieg, Frieden und Sicherheit sind nicht nur eine Angelegenheit von Staaten, sondern auch der Zivilgesellschaft.
  • Wir müssen (gewaltfreie) Konzepte von Frieden und Sicherheit jenseits von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen) diskutieren und weiterentwickeln.

Link zu den Thesen aller Workshops

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.