AP 49 | Wann lernen Gesellschaften?

Die Coronavirus-Krise zeigt, dass gesellschaftliche Ressourcen mobilisiert und Einschränkungen umgesetzt werden können, um Bedrohungen zu begegnen. Viele fragen sich nun, warum dies in Bezug auf Umwelt- und Klimagefahren nicht in diesem Ausmaß gelingt. Das Wissen über Umweltgefahren und ökologische Zerstörungen ist zwar stark gestiegen. Doch mehr Wissen ist offensichtlich noch keine hinreichende Bedingung für ein geändertes Umweltverhalten. Hans Holzinger, Nachhaltigkeitsexperte der Robert-Jungk-Bibliothek, geht davon aus, dass jenseits von intrinsischer Motivation und Bewusstseinsbildung weitere, systemisch bedingte Handlungsbarrieren für ein nachhaltiges Verhalten bestehen. Pressetext

In seinem Arbeitspapier „Wann lernen Gesellschaften?“ macht er Erkenntnisse der Transformations- und Konsumforschung, der Soziologie und Wachstumskritik für die Bildung für nachhaltige Entwicklung fruchtbar. Er versteht Bildung wesentlich als Reflexion und Hinterfragung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen, die Nachhaltigkeit verhindern. Bildung bedeute, so sein Fazit, insbesondere, die richtigen Fragen zu stellen. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird damit wesentlich zu demokratie- und wirtschaftspolitischer Bildung.

Aus dem Inhalt: Das Coronavirus und Bildung für nachhaltige Entwicklung | Tiefenstrukturen der Konsumgesellschaft | Ökonomische Wachstumszwänge und Auswege | Komplexitäts-, Bequemlichkeits- und Verdrängungsfalle | Fehlinformationen, Fake News und falsche Wirkungseinschätzungen | Krisenwahrnehmung, kognitive Dissonanz und Reaktanz | Das Dilemma der Gemeingüter und Verzichtsappelle | Freiwilligkeit versus neue Regeln für alle | Bildung für nachhaltige Entwicklung als Politische Bildung | Zum Schluss: Eine bekannte Geschichte neu interpretiert | Epilog aus aktuellem Anlass: Konsumgesellschaft im Krisenmodus

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

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