„Zukunftsbilder in der Spätmoderne“ Robert-Jungk-Stipendiat berichtete über seine Forschungsergebnisse

p1060212Am vergangenen Montag den 24.10. präsentierte der aktuelle Robert-Jungk-Stipendiat Ingmar Mundt einen ersten Überblick über seine Forschungsarbeit und die Ergebnisse seines Aufenthalts an der Bibliothek.  Verena Braschel vom Magistrat Salzburg gab eine Einführung in die Scientist in Residence-Programme der Stadt Salzburg, in deren Rahmen das Robert-Jungk-Stipendium stattfindet.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Mundt stand die Gegenwartsdiagnose einer sich verändernden Wahrnehmung der Zukunft junger Menschen in der Spätmoderne, welche oftmals von Brüchen und negativen Erwartungen konnotiert ist. Hierfür wurde zunächst ein kurzer Überblick über die Entstehung der Zukunft als ein individuelles Projekt der Moderne und der Aufklärung skizziert. Vor allem die ökonomisch extrem prosperierende Zeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat zu einem großen Zukunftsoptimismus beigetragen. Steigende Einkommen, wirtschaftliches Wachstum, das Versprechen des sozialen Aufstiegs und stabile institutionelle Rahmenbedingungen haben die individuelle Zukunft kalkulierbar gemacht.

Doch seit dem Beginn der 1980er Jahre haben sich diese Bedingungen grundlegend gewandelt. Flexible Arbeitsanforderungen, geringere soziale Mobilität und schlechtere ökonomische Bedingungen, haben zu einer teilweise negativen Wahrnehmung der Zukunft bei jungen Menschen geführt. Das Zerbrechen vorheriger Basisselbstverständlichkeiten führt zu dem Gefühl einer instabilen Gegenwart aus der sich kein verlässlicher Narrativ der Zukunft entwickeln lässt. Anhand einiger ausgewählter Beispiele zeichnete Mundt mögliche hierdurch entstehende Generationenkonflikte nach und ordnete diese in aktuelle gesellschaftliche, politische und ökonomische Entwicklungen ein. Ingmar Mundt ist Soziologe, Ökonom und Zukunftswissenschaftler aus Berlin und verbrachte die letzten zwei Monate als Gastwissenschaftler an der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen.

Die ausgewerteten Ergebnisse der Befragungen werden in einem JBZ-Arbeitspapier publiziert und voraussichtlich Anfang 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

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