Robert Misik und Srecko Horvat: Das Ende des Kapitalismus?

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© ARGEkultur / Michael Größinger

Am 14. November 2016 veranstaltete die JBZ ihre 88. Montagsrunde, dieses Mal in Kooperation mit dem Open Mind Festival der ARGE Kultur. Die ca. 250 BesucherInnen füllten den Saal der ARGEkultur komplett – ein einmaliger Rekord für die JBZ Montagsrunden.

Am von Stefan Wally moderierten Podium diskutierten der österreichische Publizist Robert Misik mit dem kroatischen Philosophen Srecko Horvat über die Auswirkungen neoliberaler Politik und Wirtschaft auf das Alltagsleben von Menschen, auf die Demokratie, und auf Umwelt und Frieden.

Einig waren sich die beiden, dass der derzeitige Status quo zu viele Verlierer produziert und damit eine echte Gefahr für die Demokratie darstellt. Der Wahlsieg Trumps in den USA ist dabei nur ein Symptom. Unterschiedliche Positionen zeigten sich vor allem in der Frage, wie mit diesem Phänomen umzugehen sei: Während Misik den Fortbestand des Kapitalismus in Form einer echten ein Bündnis aus sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und emanzipatorischen Parteien forderte, um dem neuen Rechtspopulismus mit einer  sozialen Alternative Paroli zu bieten – er nannte dies den “schnellen Marsch in die Institutionen”, verlangte Horvat einen „Neustart“ des Systems. Parteien, Gewerkschaften, staatliche Institutionen würden an den Herausforderungen scheitern, eine sozial gerechte Gesellschaft für alle zu schaffen. Formen eines kooperativen Wirtschaftens im Sinne eines Postkapitalismus sahen beide als mögliche Zukunftswege.

Die im Anschluss stattfindende Diskussion zeigte durchaus kontroverse Standpunkte – ein spannender Abend für alle Beteiligte.