Zukunftswerkstätten

zukunftswerkstatten„Betroffene zu Beteiligten machen“ lautete ein zentrales Anliegen von Robert Jungk. Gemeinsam mit Norbert Müllert hat er eine Methode entwickelt, die Bürger und Bürgerinnen konstruktiv und kreativ in Beteiligungsverfahren einbezieht und diesen ermöglicht, ihre Ideen einzubringen – die Zukunftswerkstätten.

Die Anfänge der Zukunftswerkstätten liegen in den 1960er Jahren. Damals wurde es offensichtlich, dass Wissen um die Möglichkeiten in der Zukunft Macht bedeutet. Folglich ließen sich Wirtschaft und Industrie, Staat und Militär, Regierung und Parteien von Fachleuten eine Ihnen genehme Zukunft entwerfen. Das Morgen wurde so einseitig von den Interessensgruppen besetzt. Die Betroffenen hatten darauf kaum Einfluss. Gespräche über Konzepte oder Pläne beschränkten sich allein auf Ihre Verteidigung gegenüber Bürgervorstellungen, wenn sie überhaupt stattfanden. Mit den Zukunftswerkstätten ging es um ein Gegengewicht. Robert Jungk begann zu experimentieren, wie die Übergangenen eigene Zukünfte erfinden und äußern könnten.
In dem 1980 erschienenen und in der Folge in mehrere Sprachen übersetzten Buch „Zukunftswerkstätten“, das Robert Jungk gemeinsam mit Norbert Müllert verfasst hat, wird die Methode sowie deren geistiger Hintergrund beschrieben.

Gearbeitet wird im Dreischritt von der Bestandsaufnahme (Kritikphase) über das Entwickeln von Zukunftsideen (Utopiephase) hin zu konkreten Handlungsschritten (Realisierungsphase). Eine Kreativität fördernde Methodik sowie klare Regeln gewährleisten ein zukunftsgerichtetes und ergebnisorientiertes Arbeiten in Gruppen.
Zukunftswerkstätten werden heute u. a. in der Erwachsenenbildung, der Organisationsentwicklung sowie in politischen Mitbestimmungsprozessen eingesetzt
Zukunftswerkstätten sind in zahlreichen Ländern verbreitet. ModeratorInnen entwickeln gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinnen neue Zukunftsideen. Die JBZ hat bisher über 80 Zukunftswerkstättenprojekte umgesetzt – von Nachhaltiger Regionalentwicklung über die Zukunft der Arbeitswelt bis hin zur Einführung von E-Administration. mehr

In Deutschland koordiniert der „Zukunftswerkstätten Verein zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung“ die Aktivitäten. Die JBZ bietet auch heute viele Zukunftswerkstätten an.