Energiewende zwischen alten Lobbys und neuen Projekten von unten | DI Michael Torner

Gemeinsam mit attac Flachgau hatte die JBZ am 26. März 2019 den Energieexperten Michael Torner von der Fachhochschule Technikum Wien zu einem Vortrag „Klimapolitik ohne Systemwandel“ in die Öffentliche Bibliothek Seekirchen geladen. Torner schilderte zunächst die Barrieren die einer tatsächlich wirksamen Klima- und Energiepolitik in der Europäischen Union im Weg stehen. Gute Gesetzesvorschläge des EU-Parlaments würden nicht selten von der Kommission oder dem Rat der Wirtschaftsminister zurückgestutzt. Die Allianz der fossilen Energieunternehmen und der Automobilhersteller habe noch immer den größten Einfluss auf das, was in der EU in Sachen Energie- und Umweltpolitik gemacht werden. Zudem seien die Ziele, etwa den Anteil der Erneuerbaren Energieträger bis 2030 auf 32 Prozent anzuheben, viel zu niedrig.

In zweiten Teil seines Vortrags ging Torner, Ko-Autor des Beitrags über Klima- und Umweltpolitik in dem attac-Band „Entzauberte Union“ (Mandelbaum-Verlag), auf Wege einer Energiewende „von unten“ ein. Durch Energiegenossenschaften, Bürgerkraftwerke, Energieräte, die Mitsprache von Vertretern der Zivilgesellschaft in Energieunternehmen könnten Alternativen entwickelt werden, die an der Macht der alten fossilen Energiekonzerne rütteln. Dennoch sei die Politik in die Pflicht zu nehmen und durch öffentlichen Druck den Einfluss der Fossilbranche zurückzudrängen. Dies war dann auch zentrales Thema in der lebhaften Diskussion mit den gut 30 Teilnehmenden.

Mit herzlichem Dank an das Team der Öffentlichen Bibliothek Seekirchen unter Leitung von Janet Ehrengruber für die freundliche Gastgeberschaft.

Einführung und Foto: Kurt Egger, Moderation und Bericht: Hans Holzinger

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