Category Archives: JBZ Arbeitspapiere

AP 49 | Wann lernen Gesellschaften?

Die Coronavirus-Krise zeigt, dass gesellschaftliche Ressourcen mobilisiert und Einschränkungen umgesetzt werden können, um Bedrohungen zu begegnen. Viele fragen sich nun, warum dies in Bezug auf Umwelt- und Klimagefahren nicht in diesem Ausmaß gelingt. Das Wissen über Umweltgefahren und ökologische Zerstörungen ist zwar stark gestiegen. Doch mehr Wissen ist offensichtlich noch keine hinreichende Bedingung für ein geändertes Umweltverhalten. Hans Holzinger, Nachhaltigkeitsexperte der Robert-Jungk-Bibliothek, geht davon aus, dass jenseits von intrinsischer Motivation und Bewusstseinsbildung weitere, systemisch bedingte Handlungsbarrieren für ein nachhaltiges Verhalten bestehen. Pressetext

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AP + | Zwischen Verzweiflung und Hoffnung

Seit 2008 vergibt die Stadt Salzburg jährlich ein Robert-Jungk-Stipendium im Rahmen des Programms „Scientists in Residence“. Das in Erinnerung an den Zukunftsforscher in Kooperation mit der JBZ vergebene Stipendium ermöglicht Forscherinnen und Forschern zwei Monate in Salzburg zu einen Zukunftsthema zu arbeiten. Die italienische Literaturwissenschaftlerin Micaela Latini war Robert-Jungk-Stipendiatin 2018.

Jetzt legt Latini in einem Arbeitspapier ihre Forschungsergebnisse zu den Beziehungen zwischen Robert Jungk, Ernst Bloch und Günther Anders vor. Latini schreibt, man könne „die philosophische Praxis und die praktische Theorie von Robert Jungk als eine Perspektive lesen, die die Notwendigkeit des intellektuellen Engagements (wie Anders es in seinen Schriften immer wieder formuliert) mit einem konkreten utopischen Denken (im Blochschen Sinn) verbindet,  das der Hoffnung auf eine bessere Welt Raum lässt. Es ist dazu allerdings notwendig, die Spuren der Zukunft zu erkennen, die unsere Zeit durchziehen, konstituieren und begründen. Und dies ist keine einfache Aufgabe!“

Die Studie ist hier im Volltext nachzulesen.
Sie kann hier bestellt werden.

AP 47 | Warum wollen wir uns selbstoptimieren?

Glück ist eine Sehnsucht, die nicht altert. Der römische Philosoph Seneca schrieb im ersten Jahrhundert n. Chr.: »Glücklich leben wollen alle, aber wenn es darum geht zu durchschauen, was es ist, das ein glückliches Leben ausmacht, dann ist ihr Blick getrübt.« Heute – so scheint es – kann unser Blick unmöglich getrübt sein: Der Ratgeber- und Weiterbildungsmarkt produziert am Fließband Angebote, wie wir schnell und einfach glücklicher & erfolgreicher werden. Das ist das Glücksversprechen unserer Zeit ist: Wir können unsere Persönlichkeit und alle Bereiche unseres Lebens optimieren.

Der Band wirft einen kritischen Blick auf die Glücks- und Erfolgsverheißungen des Ratgebermarktes und analysiert unsere ambivalente Suche nach einem gelingenden Leben. Mit einer Fülle an Quellen aus Wissenschaft, Geschichte, Literatur und Ratgebern wird unserem Streben, etwas zu optimieren, skeptisch, aber keineswegs nur negativ nachgegangen.

Wie sehen Selbstoptimierungsangebote aus? Was an ihnen ist problematisch? Was macht »Glück« eigentlich aus? Und welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen treiben die Selbstoptimierung heute an? Warum wollen wir uns selbstoptimieren? Ziel des Bandes ist, die eigene Haltung zur »Kultur der Selbstoptimierung« besser zu verstehen und zu bestimmen. Eines aber ist sicher: Selbstoptimierung allein gibt letztlich keine Antwort darauf, was wir »wirklich« suchen.

Girkinger, Michael (2019): Warum wollen wir uns selbst optimieren? JBZ-Arbeitspapier 47. Salzburg. 78 S. 3,90 Euro. ISBN 978-3-902876-41-6

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AP 46 | Warum sich der Gender Gap durch den Reißverschluss nicht schließen lässt

Eine Analyse der Repräsentation von Frauen im österreichischen Nationalrat

Die Politikwissenschaftlerinnen Sarah C. Dingler und Corinna Kröber haben sich mit der Frage beschäftigt, warum trotz Reißverschluss-Prinzip bei der Parteilistenerstellung für Nationalratswahlen der Frauenanteil im österreichischen Nationalrat bei gut einem Drittel stagniert.

Download: Warum sich der Gender Gap durch den Reißverschluss nicht schließen lässt

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