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Das war SCIENCE MEETS FICTION 2021

„It’s the end of the world as we know it“ lautete das Motto des diesjährigen Science Fiction-Festivals. Von 27. September bis 10. Oktober 2021 stand bei zwölf Veranstaltungen das Wechselspiel zwischen technologischen Entwicklungen und gesellschaftlichem Wandel und deren Verarbeitung in künstlerischen Beiträgen im Mittelpunkt. Das Festival, das jährlich im Auftrag der Stadt Salzburg stattfindet, zog auch heuer hunderte Besucher:innen an.

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Nachlese | Die Zukunft beginnt immer zuerst als Fiktion? Wenzel Mehnert beim Science meets Fiction-Festival

Die Zukunft beginnt immer zuerst als Fiktion. Das, was wir uns vorstellen können, ist das, was wir für die Zukunft erwarten. Die Science-Fiction arbeitet dabei konstant an unseren Vorstellungen mit, um unseren Blick auf die Zukunft zu verändern, zu erweitern aber auch zu verengen. So die zentrale Aussage im Vortrag von Wenzel Mehnert in der 169. Montagsrunde, die am 4. Oktober 2021diesmal im Rahmen des Science meets Fiction-Festivals stattgefunden hat.

Wenzel Mehnert ist Kultur- und Medienwissenschaftler und forscht am Institut für zeitbasierte Medien der Universität der Künste Berlin und an der Technischen Universität in Berlin. Sein Schwerpunkt sind die Verhandlung von neuen Technologien im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft. In seinem Vortrag zeigte er an historischen und aktuellen Beispielen, wie Bilder und Erzählungen aus der Science Fiction, aber auch Technikfantasien von Unternehmen Möglichkeitsräume und zukünftige Gegenwarten mitformen. So haben Zukunftsvisionen von General Motors zum Beispiel unsere Vorstellung von der Stadt wesentlich zu Gunsten des Autos geprägt. Mittlerweile gäbe es aber auch neue utopische Vorstellungen aus der Science-Fiction, wie Biketopia von Elly Blum, die eine Stadt der Menschen mit einer ganz anderen Mobilität darstellen. Dabei ist Wenzel gegenüber der Science-Fiction kritisch. So soll der verstorbene US-amerikanische Science-Fiction-Autor Frederic Pohl gemeint haben, dass eine gute Science-Fiction-Geschichte nicht das Auto, sondern den Stau vorhersagen können müsse. Wenzel sieht das anders und meint: „Eine gute Science-Fiction-Geschichte sollte mit etwas völlig anderem daherkommen, nicht mit dem Auto.“

Aufschlussreich war auch der von Wenzel eingangs zitierte Ausspruch von Alexander Humboldt, der den Fortschrittsglauben des 19. Jahrhunderts pointiert beschreibt und der bis heute unser Verhältnis zur Welt bestimmt: „Diejenigen Völker, welche an der allgemeinen industriellen Tätigkeit, in Anwendung der Mechanik und technischen Chemie, in sorgfältiger Auswahl und Bearbeitung natürlicher Stoffe zurückstehen, bei denen die Achtung einer solchen Tätigkeit nicht alle Klassen durchdringt, werden unausbleiblich von ihrem Wohlstand herabsinken. Sie werden es um so mehr, wenn benachbarte Staaten, in denen Wissenschaft und industrielle Künste in regem Wechselverkehr miteinander stehen, wie in erneuerter Jugendkraft vorwärtsschreiten“ (Humboldt, 1840 in Kosmos)

Ausgehend von diesem Blick auf die Welt, der mit verantwortlich ist für die Krisen und Probleme, in denen wir heute stecken, stellt Wenzel in seinem Vortrag zwei Thesen auf. Erstens: „Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, ist das Beste, was uns passieren kann“, denn nur so könnten wir ein neues Verhältnis zur Welt entwickeln. Zweitens: „Das tatsächliche Ende der Welt ist erst dann erreicht, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, uns die Welt anders vorzustellen.“ Dass es diese neuen Erzählungen durchaus gibt, machte Wenzel im dritten Teil des Vortrags anhand von neuen Strömungen in der Science-Fiction deutlich. Hier verweist er auf das Sub-Genre „Solarpunk“, auf Bücher wie „Freedom“ (z. dt. „Darknet“) von Daniel Suarez, „Walkaway“ von Cory Doctorow, aber auch auf die Werbung des Yoghurtherstellers „Chobani“. In all diesen Visionen leben die Menschen im Einklang mit ihrer Umwelt und nutzen Technologien, um die Natur zu verbessern, statt sie auszubeuten.

Wenzel argumentierte überzeugend seine Sichtweise. Dass neue Zukünfte auch aus Konflikten entstehen können, machte Moderator Stefan Wally in der dem Vortrag folgenden, angeregten Diskussion deutlich. Wir freuen uns, dass unsere Veranstaltungen nun hybrid stattfinden können. Neben 30 Interessierten vor Ort waren eben so viele via Stream dabei. Besten Dank an Carmen Bayer für das Handeln der Technik.

Fotos: Carmen Bayer. Bericht: Hans Holzinger

SCIENCE MEETS FICTION 2021 | 27. September bis 10. Oktober

Unter dem Motto „It’s the end of the world as we know it“ lädt das zweiwöchige Science Fiction-Festival ein, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen. In seiner vierten Ausgabe verknüpft Science meets Fiction Beiträge aus Kunst und Kultur mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Im Zentrum steht dabei die Faszination für eine zu Ende gehende Zeit.

„Das Festival macht auf die Stärken Salzburgs aufmerksam: Eine Vielzahl an Kultur- und Wissenseinrichtungen schließt sich zusammen, bündelt ihre Kompetenzen und teilt ihr jeweiliges Fachwissen mit anderen. Die daraus resultierenden Veranstaltungsformate stehen allen Salzburger*innen offen. Diese Verbindung macht Science meets Fiction zu etwas ganz Besonderem und steht für Salzburg als starken Wissensstandort“, sagt Bürgermeister Harald Preuner.

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SCIENCE MEETS FICTION 2021 | It’s the end of the world as we know it

2021 setzt das Festival SCIENCE MEETS FICTION wieder in vielen Veranstaltungen fiktionale Zukunftsentwürfe und wissenschaftliche Erkenntnisse in Beziehung zueinander. Vom 27. September bis 10. Oktober geht es wieder um das Wechselspiel zwischen technologischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Transformationsprozessen und deren Verarbeitung in künstlerischen Beiträgen zu fragen. Wo übertrifft die Gegenwart bei genauem Hinsehen die Zukunftsvisionen der Vergangenheit? Was sind aus heutiger Perspektive wahrscheinliche, was wären wünschenswerte Entwicklungen? Was wird auf absehbare Zeit Fiktion bleiben? Um diesen Fragen nachzugehen, gibt es Kinofilme, Ausstellungen sowie gesellschaftskritische und technologiebezogene Vorträge. „It’s the end of the world as we know it“ lautet das diesjährige Motto.

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Das war SCIENCE MEETS FICTION 2020

Zwei Wochen fragte man sich in Salzburg, ob das wirklich alles real sein kann –  es ging nicht um die Covid-19-Pandemie, sondern um SCIENCE MEETS FICTION. Vom 28. September bis zum 10. Oktober fand das Festival in Salzburg zum dritten Mal erfolgreich statt und bot vielfältige Möglichkeiten das Thema Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu betrachten. Hunderte Besucherinnen und Besucher nützten die Gelegenheit, um im Rahmen von Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops ins Gespräch zu kommen. Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) organisierte gemeinsam mit der FH Salzburg das von der Wissensstadt Salzburg in Auftrag gegebene Festival und war selbst mit einer Veranstaltung dabei. Das diesjährige Motto lautete „Are you real?“, im Mittelpunkt stand also die Frage nach Fake, Fiktion und Wirklichkeit.

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Science meets Fiction-Festival 2020 | Programm in der JBZ vorgestellt

Am 22. September 2020 wurde in einem Pressegespräch in der Robert-Jungk-Bibliothek das diesjährige Science meets Fiction-Festival vorgestellt. Das Festival bringt Zukunft in die Gegenwart, setzt neue Impulse und bekräftigt die Positionierung Salzburgs als zukunftsorientierten Wissensstandort. Science meets Fiction, das Science-Fiction-Festival in Salzburg, geht im Auftrag der Stadt Salzburg in die dritte Runde! Vom 28. September bis 10. Oktober setzt die Veranstaltungsreihe wieder Zukunftsentwürfe aus Kunst und Kultur und wissenschaftliche Erkenntnisse in Beziehung zueinander. Wir freuen uns auf spannende Veranstaltungen. Im Titelbild das Organisationsteam und fast alle Partnerinnen und Partner für das Festival 2020. Zum Programm

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